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Neues Rahmenkonzept für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Neues Rahmenkonzept für das Biosphärenreservat Rhön

Ein neues Konzept für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wurde am 16. Mai 2018 vorgestellt. Hessen, Bayern und Thüringen haben das Zukunftskonzept für die nachhaltige Entwicklung der Rhön erarbeitet . „Es ist ein entscheidender Baustein zur Bewältigung der aktuellen lokalen und globalen Herausforderungen“, so die Hessische Umweltministerin Priska Hinz.

Schon seit 1991 ist die Rhön eine von der UNESCO anerkannte, länderübergreifende Modelllandschaft in Bayern, Hessen und Thüringen. Das erste Rahmenkonzept für das Biosphärenreservat Rhön wurde 1995 veröffentlicht.

In den vergangenen vier Jahren haben nun Hessen, Bayern und Thüringen ein neues Rahmenkonzept erarbeitet, welches am 16. Mai offiziell vorgestellt wurde. Das neue Leitbild und Zukunftskonzept enthält 66 Projektideen und Konzepte, mit denen das Biosphärenreservat fit gemacht werden soll für aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, demografischer Wandel und erneuerbare Energien, so die Hessische Umweltministerin Priska Hinz bei der Vorstellung des neuen Rahmenkonzeptes in Gersfeld, das ebenfalls an die Thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund und den Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber überreicht wurde. Als derzeit federführendes Land der drei Bundesländer hatte Hessen zur feierlichen Übergabe des Rahmenkonzepts nach Gersfeld in Hessen eingeladen.

Elf Arbeitsgruppen hatten sich länderübergreifend der Entwicklung des Biosphärenreservates zu verschiedenen Themenbereichen von Landwirtschaft und Tourismus über Bildung und Wirtschaft bis zur Forschung gewidmet, um Leitbilder, konkrete Maßnahmen und Projekte zu erarbeiten. Über 300 Fachleute, Bürgerinnen und Bürger aus der Rhön wirkten mit ihren Vorschlägen daran mit, die Ziele des ersten Rahmenkonzeptes aus dem Jahr 1994 weiterzuentwickeln. Die Öffentlichkeit war auch über eine Online-Befragung mit 1.800 Teilnehmern an der Erstellung des Rahmenkonzepts beteiligt.

Mit zusätzlichen Fördermitteln in Höhe von je 150.000 € für 2018 und 2019 will Hessen dem Rückgang der biologischen Vielfalt auch in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten der Rhön begegnen. Und auch die Rhönschafhaltung und -beweidung werde durch zusätzliche Mittel gestärkt, so Ministerin Hinz.

Biosphärenreservat Rhön in Thüringen

Ministerin Anja Siegesmund aus Thüringen erklärte: „Die Entwicklung des Dreiländer-Biosphärenreservats ist beispielhaft. Das wollen wir mit dem neuen Rahmenkonzept für die Rhön fortsetzen, erfolgreiches Wirtschaften im Einklang mit der Natur. So könnte ich mir auch die Entwicklung in Südharz und Kyffhäuser vorstellen.“ Mit rund 49.000 ha Fläche in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis liegen rund 20 % des Biosphärenreservates Rhön in Thüringen.

Biosphärenreservat Rhön in Bayern

Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte: „Mit dem neuen Rahmenkonzept wird der Modellcharakter der Rhön weiter gestärkt. Die Verknüpfung von Natur- und Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung in der Region bietet eine großartige Zukunftsperspektive für die Menschen in der Rhön. Ich danke der Region für den umfangreichen und vorbildlich durchgeführten Beteiligungsprozess und insbesondere für das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen und amtlichen Akteure.“ 2014 wurde das Biosphärenreservat auf bayerischer Seite erweitert, es hat nun eine Gesamtgröße von über 240.000 ha. Grundlage für das Rahmenkonzept sei der bayerische Weg eines integrativen Ansatzes aus Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Kooperation mit den Landnutzern, so Huber.

Hessen, Bayern und Thüringen haben sich gemeinsam verpflichtet, das Biosphärenreservat Rhön mit seiner Kulturlandschaft zu erhalten, fortzuentwickeln und es als Modell für die nachhaltige, umweltgerechte Entwicklung des ländlich geprägten Raumes zu fördern.

Sinnbild für nachhaltige Regionalentwicklung

Die Rhön als eines von 669 UNESCO-Biosphärenreservaten ist Teil eines globalen Verbundes von international repräsentativen Modellregionen, in denen Nachhaltigkeit beispielhaft gelebt und umgesetzt wird. Zentrales Ziel eines Biosphärenreservates ist ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlicher Kreisläufe. Das gleichberechtigte Miteinander von Mensch und Natur ist dabei oberste Maxime. Als unverwechselbare historische Kulturlandschaft ist die Rhön in Deutschland auch zum Sinnbild für nachhaltige Regionalentwicklung geworden. Sie ist über die Grenzen der Region hinaus bekannt für erfolgreiche Projekte wie beispielsweise die Rhöner Apfelinitiative, das Rhöner Biosphärenrind und das beliebte Rhönschaf.

1991 wurde die Rhön – in Hessen, Bayern und Thüringen – von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Aus der Anfangszeit resultiert das erste Rahmenkonzept, das 1995 veröffentlicht wurde

2014 fiel mit der Auftaktveranstaltung in Bad Kissingen der Startschuss für die Überarbeitung des Konzeptes. Zwischenzeitlich war das Biosphärenreservat erweitert worden – aktuell sind es etwa 240.000 Hektar.

Ab 2014 beteiligten sich 300 Akteure aus den drei Bundesländern intensiv an dem Arbeits- und Diskussionsprozess. Elf Arbeitsgruppen stellten sich Fragen zum demografischen Wandel, zu Migration und Integration, zu Bildung, Mobilität, Digitalisierung und zur Energiewende. Die Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern flossen ebenso wie jene der Träger öffentlicher Belange in die Aktualisierung des Leitbilds ein. 115 eingegangene Stellungnahmen zu den Bänden des Rahmenkonzepts wurden in länderübergreifenden Arbeitssitzungen abgewogen und in den Entwurf eingearbeitet.

Mehr Informationan auf der Internetseite des Biosphärenreservats

Infos zum Bild

Übergabe des Rahmenkonzepts für das Biosphärenreservat Rhön am 16.5.2018 in Gersfeld (v.l.): Ulrike Schade, Projektmanagerin Rahmenkonzept; Emil Müller, stellv. Landrad Bad Kissingen; Torsten Raab, Verwaltungsstellenleiter Biosphärenreservat Hessische Rhön; Bernd Woide, Landrat Landkreis Fulda; Jürgen Reinhardt, Präsident Rhön-Klub; Stefan Zaenker, Höhlen- und Karstforschung; Priska Hinz, Umweltministerin Hessen; Anja Schuchert, Rhön GmbH; Christiane Winzer, Thüringischer Bauernverband; Karl-Friedrich Abe, Verwaltungsstellenleiter Biosphärenreservat Thüringische Rhön, Adalbert Fischer, Forstamtsleiter a. D.; Dr. Eike Biedermann, NABU; Anja Siegesmund, Umweltministerin Thüringen; Michael Geier, Verwaltungsstellenleiter Biosphärenreservat Bayrische Rhön; Wolfang Bufe, Geschäftsführer Bionade; Peter Gehring, Geschäftsführer Schullandheim Thüringer Hütte; Gotthard Schlereth, Bürgermeister Oberthulba; Dr. Marcel Huber, Bayrischer Staatsminister; Thomas Habermann, Landrat Bad Kissingen.

Red./HMUKLV/StMUV/TMIL

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