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Das inzwischen in Europa weit verbreitete Eschentriebsterben ist zu einer sehr ernsten Bedrohung für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) geworden.

Neues Projekt zur Vielfalt eschenreicher Wälder

Ein neues Projekt zum Schutz gefährdeter Pflanzen- und Pilzarten in eschenreichen Wäldern wurde Anfang April vom Bundesumweltministerium ins Leben gerufen. Das Vorhaben wird bis 2025 mit rund 2,3 Mio. € durch das Bundesumweltministerium gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet. 

„Eschenreiche Wälder bieten vielen Arten Lebensraum, darunter zahlreichen gefährdeten Pilzen und Pflanzen, die vor allem hierzulande vorkommen. Diese Arten gilt es vor dem Aussterben zu bewahren. Dazu trägt das jetzt gestartete Projekt bei“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 1. April. Der Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“, der das Eschentriebsterben verursacht, breitete sich in ganz Europa schnell aus. BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: „Wirksame Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt eschenreicher Wälder sind dringend notwendig und sollen jetzt im Rahmen des Vorhabens entwickelt werden.“

Das Projekt

Im Februar 2019 startete das Projekt unter Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Förderschwerpunkt „Verantwortungsarten“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Wissenschaftler und Pilzexperten untersuchen gemeinsam, wie stark die Eschen in Schleswig-Holstein von der Krankheit befallen sind und wie sich das Eschentriebsterben auf die Artenvielfalt der Wälder auswirkt.

Gemeinsam mit staatlichen und privaten Forstbetrieben werden waldbauliche Maßnahmen umgesetzt, die den Erhalt der Eschen und die Artenvielfalt der Wälder langfristig sichern sollen. Dazu gehören z.B. das Anpflanzen von Eschen-Jungpflanzen unterschiedlicher Herkunft sowie der Verzicht auf das Fällen von Altbäumen. Demonstrations- und Referenzflächen werden eingerichtet, die dem Artenschutz, der Langzeitbeobachtung und der Öffentlichkeitsarbeit dienen. Aus den Ergebnissen des Projektes sollen Handlungsempfehlungen für die waldbauliche Praxis in ganz Deutschland entwickelt werden.

In dem Projekt wird auch untersucht, ob andere heimische Baumarten wie Flatterulme, Winterlinde, Bergahorn und Hainbuche die Rolle der Esche im Ökosystem übernehmen können. Diese standortgerechten Baumarten werden in Mischpflanzungen zusammen mit der Esche angepflanzt, um die Artenvielfalt der Wälder langfristig zu sichern.

Hintergrund

Das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus, Nebenfruchtform Chalara fraxinae) wurde von Ostasien nach Europa eingeschleppt  und erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen. Der Pilz befällt heimische Eschen (Fraxinus excelsior). Verwelkte Blätter, abgestorbene Triebe sowie ein Absterben der Bäume können die Folge sein. Deshalb wird die Krankheit auch Eschentriebsterben oder Eschenwelke genannt.

 

 

BMU/BfN

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