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Neue Zertifizierungs-Angebote von PEFC werden gut angenommen

Neue Zertifizierungs-Angebote von PEFC werden gut angenommen

Die Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland am 14. Juli in der „PEFC-Waldhauptstadt“ Ilmenau widmete sich in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt den 2014 neu eingeführten Angeboten: PEFC-Erholungswald, PEFC-Weihnachtsbaumkulturen und PEFC-Regionallabel. Damit können Forstbetriebe bzw. Betriebe in der Chain-of-Custody ihre bestehende PEFC-Zertifizierung auf freiwilliger Basis ergänzen.
Etwa 50 Vertreter aus dem Cluster Forst und Holz, der Politik, Verbänden und weiteren Interessengruppen konnten sich umfassend über weitere Entwicklungen bei PEFC informieren.
Thematisiert wurden dabei auch die Fortschritte der „PEFC-Regionenoffensive“, durch die die regionalen PEFC-Arbeitsgruppen, die für die Umsetzung der PEFC-Zertifizierung in den Regionen verantwortlich sind, gestärkt werden. Hierzu wurden bereits die ersten PEFC-Regionalassistenten verpflichtet, die in insgesamt sieben Regionen die regionalen Arbeitsgruppen bei ihren Aufgaben und der Präsenz auf der Fläche unterstützen werden.
Prof. Dr. Ulrich Schraml hob die positive Resonanz auf die drei neuen Zertifizierungsangebote PEFC-Erholungswald, PEFC-Weihnachtsbaumkulturen und PEFC-Regionallabel hervor: „Die Tatsache, dass wir bereits zu so einem frühen Zeitpunkt nach der Einführung der neuen Standards die ersten Pilotprojekte erfolgreich durchführen und weitere Interessenten gewinnen konnten, zeigt deutlich, dass wir mit allen drei Initiativen ein attraktives Angebot geschaffen haben“.
PEFC-Zertifikat für Erholungswälder
Christian Ripperger von der Forstverwaltung der Stadt Augsburg berichtete über die Zertifizierung von stadtnah gelegenen Waldflächen der Stadt Augsburg nach dem PEFC-Erholungswaldstandard. Neben dem PEFC-Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung können Forstbetriebe auf einzelbetrieblicher Basis ein zusätzliches PEFC-Zertifikat für Erholungswälder erhalten, mit welchem sie ihr Engagement für Erholungssuchende verdeutlichen können. Augsburg erhielt dabei bereits im Februar 2015 als bundesweit erster Forstbetrieb das PEFC-Erholungswaldzertifikat.
In seinem Vortrag ging Rippberger auf die Wichtigkeit einer proaktiven Öffentlichkeitsarbeit ein, „angesichts einer vielfach kritischen Beobachtung aller forstlichen Maßnahmen seitens der Bevölkerung“. Zur Bekanntmachung der Anstrengungen des Forstamts für Erholungssuchende könne das PEFC-Zertifikat in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten.
 
PEFC-Regionallabel
Über die Umsetzung des Pilotprojekts mit dem PEFC-Regionallabel sprach Eckart von Reitzenstein vom Schreibgerätehersteller Staedtler Mars GmbH & Co. KG. Das Unternehmen produziert in Neumarkt in der Oberpfalz Bleistifte aus Lindenholz, welches in Unterfranken eingeschlagen wurde, und konnte so die Deklaration „Heimisches Holz aus Bayern“ auf dem Produkt nutzen. Die Deklaration zeigt Verbrauchern an, dass das Produkt nicht nur aus PEFC-zertifizierten und damit nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, sondern gibt darüber hinaus Auskunft über die Herkunft der eingesetzten Holzrohstoffe.
Eckart von Reitzenstein betonte in seinem Vortrag die Bedeutung, die der Faktor Regionalität bei der Produktherstellung im Lebensmittel-Bereich heute schon einnimmt und äußert die Erwartung, dass „der Trend zur Regionalität auch bei Non-Food-Produkten immer stärker wird und Kunden diesen Faktor entsprechend honorieren werden“.
 
PEFC-zertifizierte Weihnachtsbaumkulturen
Die deutschlandweit ersten drei Zertifikate für PEFC-zertifizierte Weihnachtsbaumkulturen wurden im Juni 2015 an die Teilnehmer eines Pilotprojekts im Sauerland übergeben. Hierzu stellte Berthold Müller, Bewirtschafter eines der beteiligten Forstbetriebe aus Schmallenberg-Oberrarbach, seine Erfahrung mit der neuen Zertifizierung vor und ging dabei auf Veränderungen ein, die die PEFC-Zertifizierung der Weihnachtsbaumkulturen für seinen Betrieb bedeutet, beispielsweise ein erheblich niedrigerer Herbizid- und Düngemitteleinsatz im Vergleich zur gesetzlichen Grundlage.
„Ich hoffe, dass wir viele Endkunden gewinnen können, denen Weihnachtsbäume aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung wichtig sind“, so Müller.
Ehrenmitglied und neue Mitglieder
Prof. Dr. Hans Köpp, stellvertretender Vorsitzender von PEFC Deutschland von 1999 bis 2014, wurde von der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Als eines von 12 Gründungsmitgliedern, die 1999 in Bonn PEFC Deutschland e.V. gegründet haben, nahm er seit dieser Zeit den stellvertretenden Vorsitz ein und prägte PEFC mit seiner Expertise als engagierter Naturschützer, der jedoch als Forstmann gleichzeitig großes Verständnis für die Situation der Waldbesitzer zeigte.
 
Zwei neue Mitglieder wurden von der PEFC-Mitgliederversammlung aufgenommen: Zum einen wird Peter Gaffert, Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, den Bereich Kommunalwald bei PEFC vertreten. Zum anderen wurde Cajus J. Caesar, MdB, für den Bund Heimat und Umwelt in das Gremium gewählt.
 

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft. PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und übernimmt in Deutschland die Aufgaben hinsichtlich der Entwicklung und Entscheidungen der Standards und Verfahren der Zertifizierung, die Bereitstellung und Verbreitung von Informationen sowie die Verwaltung der Rechte am PEFC-Logo für Deutschland. Mit mehr als 7,4 Mio. ha zertifizierter Waldfläche ist PEFC auch in Deutschland die größte unabhängige Institution für die Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die bedeutendste Waldschutzorganisation.

PEFC Deutschland

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