Waldschutz

Neue Vereinbarung zur Waldbrandbekämpfung in Sachsen

Bearbeitet von Carolin Föste

Um die Waldbrandbekämpfung künftig weiter zu forcieren, müssen neue Wege gefunden werden. Sachsenforst hat dazu am 19. August eine Waldbrand-Verwaltungsvereinbarung mit der Stadt Bad Schandau unterschrieben. Was wird sich mit dieser für die Akteure im Wald ändern?

Im Nationalpark Sächsische Schweiz wurde vor kurzem den Notstand ausgerufen, nachdem sich große Waldbrände in tschechischen und deutschen Forsten immer weiter ausbreiteten. Nach aktuellen Schätzungen belaufe sich die Waldbrandfläche im Nationalpark auf rund 150 ha, knapp 2 % der Nationalparkfläche. Nachdem der Notstand in Sachsen nach langer Waldbrandbekämpfung wieder aufgehoben wurde und die Feuer vorerst gelöscht sind, ist die Waldbrandgefahr noch nicht vollends gebannt. Es bleibt die Nachsorge verschiedener Akteure.

Waldbrandbekämpfung: Sachsen überwacht Wälder

Bereits gelöschte Waldbrände müssen weiterhin überwacht werden, da unentdeckte Glutnester und damit potenziell neue Flammen vorerst eine Gefahr bleiben. Trotz Regen sei dies möglich, denn es herrscht immer noch Wassermangel in den Wäldern. Risse, Vorsprünge und Hangbereiche seien dafür sehr anfällig. Eine erhöhte Aufmerksamkeit von Forstleuten und Feuerwehren soll dem entgegenwirken. Die Zuständigkeit für die Aufsicht über die Waldbrandflächen in der Sächsischen Schweiz wurden mit der neuen Vereinbarung an die Stadt Bad Schandau übergeben.

Die sogenannte Brandwache übernehme damit ab jetzt die Nationalparkverwaltung. Sie wird dabei von Sachsenforst unterstützt. Mit der neuen Zusammenarbeit sollen Waldbrandflächen ab jetzt lückenlos überwacht werden, berichtet Sachsenforst.

Waldbrandbekämpfung mit vereinten Kräften

Sachsenforst werde dazu von Bad Schandau mit Einheiten unterstützt, die mit entsprechender Technik, darunter auch ein Hubschrauber, im Ernstfall schnell reagieren können. In der Nachsorge der Brandflächen werde außerdem die Feuerwehr tätig. Für eine reibungslose Zusammenarbeit habe man zudem in der Nationalparkverwaltung eine Stabsstelle gebildet, in der die beteiligten Akteure zusammenarbeiten.

Teil der Vereinbarung ist auch eine Strategie des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die die Einsatzbereiche in der Waldbrandbekämpfung definiert. Sowohl in der Koordination als auch auf den Brandflächen selbst arbeite man eng zusammen.

Wie geht es mit dem Brandschutz weiter?

Ulf Zimmermann leitet den Nationalpark und kommentiert die neue Vereinbarung zur umfassenden Waldbrandbekämpfung: „Es ist unser gemeinsames Interesse, den Nationalpark vor einem Wiederaufflammen und weiteren Bränden wirksam zu schützen. Ich freue mich, dass wir die notwendige Brandnachsorge in kooperativer Zusammenarbeit nach den Brandschutzvorgaben des Krisenstabes des Landkreises absichern können. Mit der Vereinbarung haben wir unsere gemeinsame Absicht bekräftigt, in Zukunft auch beim Thema Waldbrandschutz weiterhin intensiv zusammenzuarbeiten. Wir müssen uns gemeinsam stärker auf die Herausforderungen des Klimawandels einstellen.“

Landesforstpräsident Utz Hempfling, der als Geschäftsführer von Sachsenforst die Vereinbarung mitunterzeichnete, kommentierte: „Der fortschreitende Klimawandel macht es notwendig, dass wir uns beim Thema Waldbrandschutz gemeinsam aufstellen. Mit der Stadt Bad Schandau sind wir uns einig, dass wir die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit auch in der Zukunft fortführen werden. Wir wollen dazu eine gesonderte Kooperationsvereinbarung schließen, die auf der Grundlage der aktuellen Einsatzerfahrungen den Waldbrandschutz im Nationalpark weiterentwickelt.“


Mit Material von Sachsenforst