Holzernte

Neue Rückepferde im Einsatz in den Berliner Wäldern

Bearbeitet von Jörg Fischer

Mit den beiden Süddeutschen Kaltblütern Pauli und Bubi haben zwei neue forstliche Arbeitspferde ihren Dienst in den Berliner Forsten angetreten. Die Berliner Umweltstaatssekretärin Dr. Silke Karcher stellte die beiden Rückepferde am 29. April in der Berliner Revierförsterei Dreilinden vor.

Pauli und Bubi sind Teil von insgesamt sechs forstlichen Arbeitspferden, die an drei Standorten in den Berliner Forsten im Einsatz sind. Ein weiterer Neuzugang ist der vierjährige Wallach Henry (Rheinisch-Deutsches Kaltblut), der seit Anfang des Jahres im Revier Köpenick eingesetzt wird. Für eine bodenschonendere Waldbewirtschaftung in den Erholungswäldern rund um die Hauptstadt werden die geländegängigen Tiere als Ergänzung zu moderner Forsttechnik herangezogen.

Dr. Karcher: „Der Einsatz von Rückepferden spielt in der zertifiziert ökologischen Waldbewirtschaftung der Berliner Forsten eine wichtige Rolle. Die Tiere tragen zur naturgemäßen Pflege und Entwicklung des Berliner Erholungswaldes bei. Sie sind eine bodenschonende und geländegängige Ergänzung zu moderner Technik – gerade in schwierigem und empfindlichem Gelände.“

Rückepferde haben ihre Grenzen

Nicht zuletzt mit Blick auf das Tierwohl sind dem Einsatz von forstlichen Arbeitspferden jedoch klare Grenzen gesetzt. Die Holzrückung mit Pferden dient in erster Linie nachhaltigen Schutz von Boden- und Pflanzenstrukturen im Wald. Die 600 bis 800 kg schweren Rückepferde sind dabei als Doppelgespann in der Lage, eine Holzlast in Höhe von bis zu 800 kg zu ziehen. Das ist anstrengend. Ein Arbeitstag ist für die Tiere daher nicht länger als fünf Stunden. An einem solchen Fünfstundentag transportieren die Kaltblüter im Schnitt rund 20 m³ Holz aus dem Wald. Die Holzernte beschränkt sich vor allem auf die Herbst- und Wintermonate. Den Sommer verbringen die Tiere daher entspannt auf der Sommerweide.

Wie wird man Rückepferd?

Pauli und Bubi haben eine Spezialausbildung als forstliche Arbeitspferde erhalten. Hierbei konnten sie nicht nur von Menschen lernen, sie profitierten auch von den zwei erfahrenen Rückepferden Volker (24 Jahre) und Pünktchen (17 Jahre), die mit der Indienststellung der beiden jungen Kaltblüter in den Ruhestand eingetreten sind.

Seit den 1980er-Jahren setzen die Berliner Forsten Rückepferde ein. Forstwirtinnen und Forstwirte mit der Zusatzausbildung zum Gespannführer bilden mit einem Pferd ein eingespieltes Team und kümmern sich täglich um die Versorgung und Pflege „ihres“ Pferdes.

Mit Material der Berliner Forsten