Flechten, Moose, Pilze und Grünalgen auf Waldboden
Flechten, Moose, Pilze und Grünalgen bilden eine wichtige Lebensgemeinschaft auf Waldböden und dienen als „biologische Bodenkruste“. Sie spielt als Kohlenstoffsenke und Wasserspeicher eine wichtige Rolle im Klimaschutz.
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Neue Projekte zu Wald im Klimawandel

21. Dezember 2022
Seit einem Förderaufruf von BMEL und BMUV zur transdisziplinären Forschung am Themengebiet „Waldökophysiologie und Klimawandeleffekte“ gingen acht neue Forschungsprojekte an den Start. Im Fokus stehen u. a. Waldbauverfahren für im Klimawandel anpassungsfähige Mischwaldökosysteme und der Wasserhaushalt der Landschaften.

Der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) nach fördern die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) fachübergreifende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Waldökophysiologie im Klimawandel über den Waldklimafonds seit 2021. Seitdem sind acht Vorhaben gestartet. Das ist innerhalb der neuen Projekte geplant.

Gut versorgt und sturmfest – Forschung an Durchforstungsmethoden

Die FNR berichtet, welche Projekte bereits anlaufen. An der Technischen Universität Dresden beispielsweise sei vor Kurzem ein Projekt gestartet, das erarbeitet, wie verschiedene Altbestände in klimaresiliente Wälder überführt werden können. Unter dem Namen „WAIKLIM“ testet man, wie sich Vorwald mit verschiedenen Baumarten unter experimenteller Auflichtung des Altbestandes entwickelt. Auch der Wasserhaushalt der Wälder sowie das Sturmwurfrisiko werden beobachtet. Ziel ist es, Muster- und Stammverteilungspläne für den Eingriff in Bestände zu generieren und damit erfolgreich verjüngte und sturmsichere Bestände zu entwickeln.

Das Verbundsvorhaben „AnKliMoos“ wiederum erforscht seit September 2022, inwiefern sich Wasser in Beständen zurückhalten, CO2 in Waldböden speichern und die Bodenstabilität steigern lässt. Kleine Helfer sind dabei Moose. Ob und in welchem Umfang diese die genannten Parameter positiv beeinflussen, soll dabei erforscht werden. Die Forschenden werfen auch die Frage auf, inwieweit Moose nach Extremwetterereignissen erosionsmindernd wirken können. Das Projekt soll herausfinden, ob die Anpassung von Wäldern durch Moose gelingen kann und Klimawandelfolgen abgefedert werden können.

Forschungsprojekte zu Wert von Wald im Klimawandel

Die Projekte zielen auf den Wert des Waldes und seiner Funktionen im Klimawandel ab. Die ersten Projekte, die bereits Ende 2021 und Anfang 2022 an den Start gingen (IntegSaat, HydroForMix, KomKon), beschäftigen sich u. a. mit den Fragen, welche Rolle Totholz bei Saatverfahren haben kann, wie verschiedene Baumarten auf welchen Standorten mit welchen Umweltbedingungen zurechtkommen und welche Wechselwirkungen es bei der Wassernutzung in Mischbeständen gibt.

Zusammengefasst werden die acht Projekte aus drei Themenbereichen des Waldklimafonds gefördert:

  • Modellprojekte zur Demonstration von Waldbauverfahren zur Entwicklung klimatoleranter und anpassungsfähiger Mischwaldökosysteme und zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes
  • Modellprojekte zur Weiterentwicklung forstlicher Monitoringsysteme zur wissenschaftlichen Analyse der Klimawandelwirkung auf Waldökosysteme
  • angewandte Forschung u. a. zur Identifikation der Waldvegetationspotenziale, zur Bewertung von Stressfaktoren, zur Identifikation klimatoleranter und anpassungsfähiger Baumarten und zur Ursache-Wirkung-Analyse aktueller Waldschäden
Mit Material der FNR