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Wildkatze im Schnee. Foto: BUND/Thomas Stephan

Neue Gendatenbank zur Europäischen Wildkatze

Nach mehr als drei Jahren Arbeit im Projekt Wildkatzensprung haben das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) am 22. Januar 2015 die Ergebnisse der neuen Gendatenbank zur Europäischen Wildkatze in Deutschland vorgestellt.
Entstanden ist unter der Projektleitung des BUND eine weltweit einzigartige Datenbasis zu einer gefährdeten Art. Sie liefert wertvolle Erkenntnisse für den Natur- und Artenschutz und stellt einen Wissensschatz für Menschen im Naturschutz, in Forschung und in der Politik dar. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und vom BfN fachlich betreut.
Wissenschaftliche Hinweise auf Ausbreitungsbarrieren  

Besonders viele Wildkatzen-Populationen konnten in den großen Waldgebieten im Westen, vor allem in Eifel und Hunsrück, sowie im Leine-Weser-Bergland, Harz und Hainich nachgewiesen werden. Dies zeigt, dass sich die Bestände in diesen Kerngebieten der Wildkatzenbestände in den letzten Jahren gut erholt haben, nachdem sie durch Jagd und deutliche Verkleinerung ihres Lebensraums, naturnahen Wäldern, nahezu verschwunden waren.
Dennoch sind viele für die Wildkatze geeignete Wälder im Süden und Osten Deutschlands noch nicht wieder von ihr besiedelt. Zudem konnten deutliche genetische Unterschiede zwischen den Beständen einzelner Regionen nachgewiesen werden. Damit liegen durch das Gendatenbank-Projekt erstmals wissenschaftliche Hinweise auf Ausbreitungsbarrieren vor, die die Wildkatzen nicht überwinden können.
Der Erfolg der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Naturschutz findet sich in den Zahlen der Datenbank wieder: Rund 3.000 gesammelte Haarproben wurden bereits analysiert. Darüber gelang der Nachweis von 519 einzelnen Wildkatzen.
In sämtlichen Regionen, in denen Wildkatzen vorkommen, wurden seit 2011 sogenannte Lockstöcke aufgestellt. Dies sind mit Baldrian besprühte Holzlatten, deren Duft die Wildkatzen insbesondere in der Paarungszeit anzieht. Sie reiben sich am Holz und hinterlassen dabei Haare, die von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gesammelt und zur Analyse an die Senckenberg Forschungsstation in Gelnhausen weitergeleitet werden. Die Datenbank ist damit auch Ergebnis der Beteiligung hunderter Freiwilliger.
Ausgehend von den Erkenntnissen der Datenbank kann die Wiedervernetzung von Wäldern und anderen Lebensräumen künftig noch gezielter vorangetrieben werden.
Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.
BfN
Wildkatze im Schnee Foto: BUND/Thomas Stephan Wildkatzennachweise im Untersuchungsgebiet. Quelle: BfN/BUND

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