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DeSH, Corona, Umfrage, Laubholzsägewerke

Neue DeSH-Corona-Umfrage: Laubholzsäger in der Krise

Ein halbes Jahr nach der ersten Umfrage hat der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) erneut seine Mitglieder zu den Auswirkungen der Corona-Krise befragt. Das Ergebnis: Die Betroffenheit ist in der Branche sehr unterschiedlich.

Vor besonderen Herausforderungen stehen nach wie vor die Laubholzsäger, von denen immer noch 56 % in einer wirtschaftlich schwierigen Lage stecken. Bei den Nadelholzbetrieben sind es nur rund 27 %. Die Corona-Krise habe die Säge- und Holzindustrie nicht so stark getroffen, wie zu Beginn des Lockdowns erwartet. Nadelholzbetriebe konnten die ersten Nachfrageschwächen ausgleichen und teils sogar überkompensieren. Beim überwiegenden Anteil der Laubholzbetriebe sind dagegen auch nach Monaten noch deutlich negative Auswirkungen zu verzeichnen, erklärt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt.

Auch bei der Kurzarbeit sind die Laubholzbetriebe stärker betroffen als die Nadelholzbetriebe. Im Branchendurchschnitt haben noch 11 % der Firmen Kurzarbeit angemeldet. Bei den Laubholzsägern sind es 27 % bei den Nadelholzsägern nur 2 %.

Erholung beim Nadelholz – Laubholz stark negativ

Der Schnittholzabsatz brach zu Beginn der Corona-Krise sowohl beim Nadel- als auch im Laubholz stark ein. Im Verlauf der Krise konnten die Nadelholzbetriebe diese Ausfälle ausgleichen und im September erstmals ihren Absatz wieder steigern. Bei den Laubholzsägern hat sich der negative Trend dagegen verstetigt. Das liegt nicht nur am stärkeren (Übersee-)Auslandsgeschäft, das überproportional stark eingebrochen ist, auch der starke Anfall an Kalamitätsholz führte zu einer Substitution von Laub- durch Nadelholz, vor allem im Verpackungsbereich.

Sägerestholz ist das Problemsortiment

Über nahezu alle abgefragten Bereiche hinweg bewerten die Betriebe die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihren Geschäftsbetrieb deutlich weniger negativ als in der letzten Umfrage Ende April. Nur der Sägerestholzabsatz und die Rundholzlogistik sind schlechter bewertet worden. Auch die Corona-Fallzahlen in den Betrieben sind nicht signifikant gestiegen; bisher musste kein Betrieb geschlossen werden.

Kreditversicherer schränken Angebot ein

Ein neues Problem zeichnet sich bei den Warenkreditversicherungen ab. Die beiden größten Kreditversicherer in der Sägeindustrie haben angekündigt, ihr Geschäft ab dem 1. Januar 2021 deutlich einzuschränken. Hiervon sind 60 % der befragten Unternehmen betroffen. „Für die Betriebe bedeutet der Wegfall des Versicherungsschutzes eine weitere Verunsicherung zu den aktuell schwierigen Marktbedingungen“, so Schmidt abschließend.

DeSH/Red.

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