Waldbau

Neue BFW-Broschüre „APPLAUS für den Ahorn“

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Expertinnen und Experten des österreichischen Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) haben in einer Broschüre die Baumartenportraits von Berg- und Spitzahorn, waldbauliche Empfehlungen und Ergebnisse des Projekts APPLAUS zusammengestellt.

Denn Mischwälder sind das Zauberwort der Zukunft. Sie weisen eine höhere Stabilität auf und verringern das Betriebsrisiko für Waldbewirtschafter. Berg- und Spitzahorn bereichern aus vielerlei Gründen das Ökosystem Wald. Das produzierte Wertholz trägt wesentlich zur Produktdiversifizierung und Risikostreuung der Forstbetriebe bei. Heimische Ahornarten haben eine hohe Relevanz für den Naturschutz, so etwa für Wildbienen und Falter.

Ahorne sind Multitalente

Die Ahorne lassen sich auch anhand der Blätter und Flügelsamen gut unterscheiden. Wer kennt nicht im Herbst die Momente, wenn im Wald die Samen schraubenförmig zum Boden fliegen. Vom Wind werden sie oft mehr als 100 Meter weit getragen. „Waldbaulich spricht einiges für den Berg- und Spitzahorn: eine hohe Wertleistung, sie sind stabil durch ein Herz-Senkerwurzelsystem, raschwüchsig und verjüngen sich natürlich sehr gut, sagt Heino Konrad, Leiter der Abteilung Ökologische Genetik am BFW.

„Beide Baumarten gelten als Hoffnungsträger für Klimawandelanpassung und Bestandesumwandlungen in mittleren und höheren Lagen. Mit den Ergebnissen des Projekts APPLAUS trägt das BFW wieder ein Stück zur Gestaltung des Waldes der Zukunft bei“, erklärt Peter Mayer, Leiter des BFW.

Standort beachten

Wie immer kommt es bei der Baumartenwahl auf den Standort an. Beide Ahornarten benötigen durchlässige Böden mit guter Nährstoffversorgung. Das Anbaurisiko für den Bergahorn wird in Tieflagen künftig steigen. In höheren Lagen mit ausreichend Niederschlägen wird er jedoch weiterhin zum Aufbau stabiler Mischwälder beitragen können. Der Spitzahorn ist im Vergleich zum Bergahorn trockentoleranter und kann auch mit hohen Sommertemperaturen und weniger Sommerniederschlag auskommen.

Genetische Vielfalt erhalten

Im zweiten Teil der Broschüre werden die Ergebnisse des Projektes „APPLAUS“(Acer pseudoplatanus und A. platanoides in Austria) präsentiert. Ziel von APPLAUS, gefördert vom Bund, Ländern und der Europäischen Union, war die Erfassung und Bewahrung der natürlichen genetischen Vielfalt von Berg- und Spitzahorn in Österreich. Auf der genetischen Vielfalt fußt das natürliche Anpassungspotential einer Baumart. Die Bereitstellung von forstlichem Vermehrungsgut mit einem ausreichenden Grad an genetischer Vielfalt ist daher ein Eckpfeiler der nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Mehr heimisches Saatgut nötig

Obwohl es für den Bergahorn bereits eine relativ hohe Anzahl an Erntebeständen und Samenplantagen gibt, herrscht ein Mangel an heimischem Saatgut. Daher muss oft ausländisches Material eingeführt werden. Beim Spitzahorn ist die Lage noch angespannter, hier werden mehr als 95 % des Vermehrungsgutes importiert. Als Gegenstrategie ist es wichtig, auch für diese Baumart österreichische Saatguterntebestände zu etablieren. Zudem sollten Samenplantagen angelegt werden.

Broschüre zum Herunterladen: www.die-ahorne.at

Quelle: BFW