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Das FOVEA-Team (v.l.): Interface- und Grafikdesignerin (B.A.) Nadine Weiberg (Kreation und PR)

Neue App zählt und misst Holz für den Verkauf

In der Holzbranche weckt gerade die Neuentwicklung eines HAWK-Gründerteams internationales Interesse: die App, die per Smartphone in kürzester Zeit den Wert von Holzpoltern ermitteln kann.
FOVEA heißt das Jungunternehmen, das von der HAWK-Gründerinitiative begleitet und mit einem Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert wird.
Wer bisher den Preis eines Holzpolters wissen wollte, musste in der Regel die Stämme einzeln zählen, Volumen messen und rechnen. Und das kostet Zeit – mindestens zwanzig Minuten. Die App braucht für die Zahl der Stämme, die Raummeter und Festmeter eines durchschnittlichen Polters etwa zwei Minuten. Das Holz wird in mehreren Schritten fotooptisch vermessen, auf dem Display erscheint ein Panoramafoto und schließlich erscheinen die Zahl der Stämme nach Stärkeklassen aufgeschlüsselt sowie die Daten für Fest- und Raummeter, aus denen dann der Preis errechnet werden kann.
 
Enorme Vorteile
 
Neben dem Vorteil der Zeitersparnis kann die App auch – flächendeckend eingesetzt – zu einer Vereinfachung und Vereinheitlichung der Holzlogistik dienen. Abgerechnet wird die App nach vermessenem Volumen oder gezählten Stämmen und somit pro Festmeter oder Stück.
 
Das Einsparpotenzial für die Holzwirtschaft ist enorm – und zwar weltweit, bestätigt Prof. Dr.-Ing. Bernd Stock von der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik: „Die App ist technologisch eine echte Innovation, die Elemente aus der digitalen Bildverarbeitung nutzt und auf einem Smartphone berechnen kann.“ Stock betreut die entsprechende Doktorarbeit von Christopher Herbon, der den besonderen mathematischen Algorithmus entwickelt hat, der im Hintergrund der App läuft. Herbon ist der Softwareentwickler von FOVEA.
 
Von der Idee zum Jungunternehmen
Die Idee für die App und die Firmengründung hatte Manfred Ide. Ide ist Fachinformatiker und Förster. Er stammt selbst aus einem landwirtschaftlich-forstlichen Betrieb im südlichen Niedersachsen und kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Seine Mitstreiter für das Unternehmen hat er mit Unterstützung der HAWK-Gründerinitiative an den entsprechenden Fakultäten der Hochschule ausfindig gemacht. Während Ide selbst an der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement Forstwirtschaft studiert hat, wurde ihm Herbon an der Fakultät Naturwissenschaften und Technik von Prof. Stock empfohlen.
 
Für Design, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit machte Ide als dritte im Bunde Nadine Weiberg an der Hildesheimer Fakultät Gestaltung ausfindig. Sie passte perfekt ins Team: Im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit hat Weiberg bei Prof. Stefan Wölwer die App „Käferkunde“ entwickelt, mit der Förster und Schulkinder per Smartphone Käfer lernen und bestimmen können. Die Arbeit ist gerade mit dem international renommierten Design-Preis, dem reddot award ausgezeichnet worden. Manfred Ide hat das Projekt schon auf nationalen und internationalen Holz-Messen vorgestellt und ist auf großes Interesse aus Südafrika, Brasilien, Spanien oder Russland gestoßen.
 
Praxis-Test bundesweit
 
Die App befindet sich zurzeit im bundesweiten Test bei Landesforstbetrieben und privaten Förstern. Etwa ab Oktober 2013 soll sie zuerst für Großkunden (ab 30.000 Fm) erhältlich sein.
 
Der Preis richtet sich nach den gebuchten Paketen. Die Entwickler rechnen mit einer Zeitersparnis bei der Holzaufnahme von etwa 90 %. Somit werde die FOVEA-Applikation verhältnismäßig sehr günstig sein, sagt Nadine Weiberg, verantwortlich für Design & PR bei FOVEA.
 
Anfang 2014 werde die App auch für „Kleinstkunden“ zur Verfügung stehen. „Um diese optimal zu betreuen“, ergänzt Weiberg, „entwickeln wir derzeit noch eine speziell an diese Kundengruppe angepasste Plattform.“ Außerdem soll es bezahlbare Ansätze für Rundholzspediteure geben.

fp/HAWK/FOVEA
Das FOVEA-Team (v.l.): Interface- und Grafikdesignerin (B.A.) Nadine Weiberg (Kreation und PR) Förster und Fachinformatiker Manfred Ide (Geschäftsleitung) Christopher Herbon (Softwarearchitektur und -entwicklung) Foto: FOVEA

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