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Neuartiges Eschentriebsterben in Thüringen

Neuartiges Eschentriebsterben in Thüringen

Mitte der 90er-Jahre wurde in den baltischen Staaten und Polen an der Baumart Esche eine neu auftretende Erkrankung beobachtet, die sich derzeit in Europa ausbreitet und nun auch Thüringen erreicht hat. In Thüringen ist bei einzelnen Bäumen das neuartige Eschentriebsterben erstmals im Februar 2009 im Forstamt Bad Berka festgestellt worden. Auf 14 weiteren Flächen waen die typischen Symptome des Eschentriebsterbens zu finden. Auch in einer Baumschule war der Erreger des Eschentriebsterbens nachzuweisen. Komplette Baumbestände sind von der Krankheit aber bisher noch nicht betroffen.
Auffälligstes Symptom ist ein Welken der Blätter, die letztlich am Zweig hängend vertrocknen. Bei genauerer Betrachtung der Triebe können dann auch absterbende Rindenteile festgestellt werden. Die Krankheit tritt in allen Altersstufen auf. Jungpflanzen können binnen weniger Jahre an der Erkrankung sterben. Alte Bäume leiden zunächst chronisch an der Infektion, in dem die oberen Äste welken und der Baum mit einem vermehrten Austreiben reagiert. Erkennbar ist dies an einer verstärkten Büschelbildung in den Kronen. Die erkrankten Eschen werden in ihren Abwehrkräften geschwächt, so dass Holzfäuleerreger und Schadinsekten dem Baum ebenfalls zusetzen.
Erreger dieses Krankheitsbildes ist ein Pilz. Die Verbreitung des Schadpilzes erfolgt weiträumig über Sporenflug. Wirksame Gegenmaßnahmen zur Unterstützung der Bäume bei der Abwehr der Krankheit sind derzeit nicht bekannt. Bei der Mischungsregulierung sollte man Alternativbaumarten wie Spitzahorn, Hainbuche, Linde, Vogelkirsche, Bergahorn und Elsbeere den Vorzug geben. In älteren Beständen sollten erkrankte Eschen aber nicht frühzeitig aufgeben werden. Lediglich stark geschädigte (> 2/3 der Krone abgestorben) und tote Alteschen empfehlen sich zur Nutzung, um Qualitäts- und Wertverluste zu vermeiden.
Waldbesitzer sollten in den Jahren 2010 und 2011 auf die Pflanzung von Esche verzichten. Aufforstungen mit dieser Baumart werden deshalb nicht mehr gefördert. Sind in bereits gepflanzten Aufforstungen die jungen Eschen abgestorben, kann eine Nachbesserung der durch das Eschentriebsterben bedingten Lücken gefördert werden. Dies darf dann aber nicht mit Eschen geschehen.
Die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei untersucht das Eschentriebsterben und bittet, das Auftreten der Erkrankung zu melden. Als Ansprechpartner stehen die Revierleiter der Thüringer Forstämter zu Verfügung.
TMLFUN/AFZ-DerWald

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