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Netzwerk Forst und Holz Unterfranken gegründet

Netzwerk Forst und Holz Unterfranken gegründet

Unterfranken ist reich an Holzvorkommen, das sich in idealer Weise für zeitgemäßes Bauen und Wohnen sowie zur Wärmegewinnung eignet. Doch nur rund die Hälfte des heimischen Hochleistungswerkstoffs aus der Natur wird bisher genutzt. Der Anfang Juni gegründete Verein „Netzwerk Forst und Holz Unterfranken“ soll nun Know-how und Kompetenzen der vielen Akteure vom Waldbesitzer, Forstbetrieb über den Architekten bis zum Heizungsbauer bündeln. Ziel ist ein optimierter Informations- und Erfahrungsaustausch in der Branche, so dass die Ressourcen für das umweltfreundliche Kreislaufprodukt Holz besser ausgeschöpft werden. Zur Unterstützung werden Mittel aus dem europäischen Förderprogramm Leader beantragt. Auf Initiative von Bad Kissingens Landrat Thomas Bold konnten alle unterfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte für das Projekt gewonnen werden.

Netzwerk umspannt ganz Unterfranken

Zum ersten Vorsitzenden der neuen Gruppierung wurde Landrat Thomas Bold, Bad Kissingen gewählt, 2. Vorsitzender wurde Bürgermeister Josef Mend, Iphofen. Als Beisitzer fungieren der FVU-Vorsitzende Bürgermeister Wolfgang Borst, Hofheim, LFD Klaus Bernhardt, AELF Karlstadt, Dr. Gerald Heimann, GF ZENTEC GmbH (Region Bayerischer Untermain), Walter Heußlein, Stv. Präsident der Handwerkskammer Unterfranken sowie Konrad Bonengel, Landkreis Schweinfurt. Das Netzwerk umspannt bereits bei der Gründung alle neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und sieben Leader-Regionen; somit ist der gesamte Regierungsbezirk Unterfranken erfasst. Dies ist in dieser Form als Leader-Projekt erstmalig der Fall.

Gute Voraussetzungen für verstärkte Holznutzung

„Die Branche Forst und Holz sichert in Unterfranken bereits 20000 Arbeitsplätze vorwiegend in Mittelstand und Handwerk und ist damit bezogen auf den Umsatz zweitstärkster Arbeitgeber“, unterstrich Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen, bei der Vorstellung des Netzwerkes. Als einziger Regierungsbezirk Bayerns besitzt Unterfranken mehr Laub- als Nadelholz. Ebenso ist der Anteil am Körperschaftswald größer als am Privatwald. Besondere Entwicklungsmöglichkeiten lägen deshalb im verstärkten Einsatz von Laubholz für das Bauwesen und in der weiteren Mobilisierung des Rohstoffvorkommens Holz. Vorteilhaft für die optimierte Nutzung ist zudem die zentrale Lage von Unterfranken sowie die ausbaufähigen erfolgreichen regionalen Forst- und Holzmessen wie z.B. die Holz- und Energietage in Oberthulba und Oberelsbach.

Wissenstransfer fördern

Das neue Netzwerk Forst und Holz soll nun den Wissenstransfer innerhalb der Akteure in der Branche durch eine intensivere Kooperation optimieren. Für die professionelle Weiterentwicklung und Qualifizierung der Branche sei es besonders wichtig, neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung auch hier in der Region umzusetzen. Ziel müsse es auch sein, größere Förder-, Forschungsprojekte oder Leuchtturmprojekte nach Unterfranken zu holen. Weiterhin gilt es neue Wege zu finden, das Rohstoff- und Nutzungspotenzial Holz auch im Sinne des Klimaschutzes weiter zu erschließen und das Branchenimage öffentlichkeitswirksam zu erhöhen. Dafür sollen Runde Tische, Fachveranstaltungen, Informationsmaterial, Messeauftritte u.v.m. sorgen, führte Landrat Bold aus.

Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen sind geplant

Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wird ein Netzwerkmanagement zunächst befristet für drei Jahre eingestellt. Dieses wird eine zentrale Branchendatenbank aufbauen, Kooperationen initiieren, drei bis vier zentrale Veranstaltungen pro Jahr organisieren, eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung aufbauen und für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sorgen. Für das Netzwerkmanagement und die Netzwerkmaßnahmen werden zunächst für drei Jahre über die federführende Leader-Aktionsgruppe Bad Kissingen Mittel aus dem EU- Förderprogramm Leader beantragt, Seitens des bayerischen Clusters Forst und Holz gibt es bereits eine Unterstützungszusage und Mittelbereitstellung für die Übernahme von Veranstaltungskosten. Die restlichen Mittel werden von den unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie von der Zentec GmbH aufgebracht. 

Netzwerk Forst und Holz Unterfranken

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