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Neophyten in der Hördter Rheinaue/Rheinland-Pfalz

Quelle: Forstarchiv 79: 4, 143-151 (2008)
Autor(en): Vor T, Schmidt W

Kurzfassung: In der Hördter Rheinaue (Rheinland-Pfalz) wurden fremdländische Pflanzensippen kartiert und deren Abundanz mithilfe von Vegetationsaufnahmen auf bewirtschafteten und unbewirtschafteten Flächen mit der einheimischen Flora verglichen. Unter den 24 kartierten fremdländischen Sippen befinden sich 16 Neophyten, ein Archäophyt und sieben synanthrope Sippen ohne sicheren Einbürgerungsstatus. Durch hohe Stetigkeiten fallen insgesamt fünf fremdländische Pflanzensippen auf: Solidago canadensis, Impatiens glandulifera, Impatiens parviflora, Hybrid-Pappeln und Robinia pseudoacacia. Diese Sippen sind mit Ausnahme der Hybrid-Pappeln unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten als invasiv zu bezeichnen, da sie sich im Untersuchungsgebiet massiv auszubreiten scheinen. Ein bedeutsamer negativer Einfluss auf einheimische Pflanzenarten oder auf das gesamte Ökosystem (z. B. durch Verdrängung einheimischer Arten) ist jedoch für keine dieser Sippen eindeutig nachweisbar. Die Wälder der Hördter Rheinaue werden aus Naturschutzgründen nur extensiv bewirtschaftet. Dadurch wird die Besiedlung durch nichtheimische Sippen im Allgemeinen erschwert. Nur wo der Wald zu licht wird (z. B. in Pappelreinbeständen oder nach natürlichen Störungen), können sich die meist lichtbedürftigen Neophyten etablieren. Daher wird zur Steuerung der Konkurrenzverhältnisse empfohlen, lichte Bestände bei Bedarf durch schattentolerante Gehölze zu ergänzen. Gezielte mechanische oder chemische Verfahren zur Beseitigung von fremdländischen Pflanzensippen sind nur dort sehr eingeschränkt sinnvoll, wo bekanntermaßen aggressive Sippen (z. B. Fallopia japonica) in noch geringer Dichte vorhanden sind.


Non-native plant species in the riparian forest in Hördt/Rhineland-Palatinate

Abstract: Non-native plant species were mapped and quantified using vegetation relevés in managed and unmanaged riparian forests in Hördt/Rhineland- Palatinate. Among the 24 exotic plant species mapped in the forest 16 neophytes were identified, one archeophyte and seven synanthropous species. only five exotic species occurred with high frequencies: Solidago canadensis, Impatiens glandulifera, Impatiens parviflora, hybrid poplars und Robinia pseudoacacia. these species can be called invasive since they seem to spread out rapidly in this forest. However, important negative impacts on native plant species or on the whole ecosystem (e.g. through outcompeting native species) can not definitely be shown for any of these species. Extensive forest management for nature conservation in this riparian forest is suggested to prevent further dispersal of invasive species, because most of them are light-demanding and responding positively to any kind of disturbance. to support natural forest communities a closed canopy should be maintained as much as possible and more open areas can be planted with shade tolerant tree species. Mechanical and chemical measures to eradicate species that are known as noxious weeds (e.g. Fallopia japonica) can only be suggested where these species occur with low abundances.

© DLV München

 

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