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Naturwaldnetz in Brandenburg erweitert

Naturwaldnetz in Brandenburg erweitert

Brandenburg verfügt über ein aus 28 Flächen bestehendes Naturwaldnetz. Die Flächen befinden sich überwiegend im Landeswald und sind durchschnittlich 30 ha groß. Sie sollen langfristig erhalten und ihre Entwicklung wissenschaftlich beobachtet werden. Die hier gewonnenen Erkenntnisse über eine ungestörte Waldentwicklung können in Konzepte zur Erhaltung und Entwicklung klimaangepasster Wälder in Brandenburg einfließen. Naturwaldgebiete sind Schutzzonen, in denen auf jegliche forstliche Nutzung verzichtet wird. Der Wald soll sich frei von menschlichen Eingriffen entfalten, so dass alle natürlichen Entwicklungsprozesse ungestört ablaufen können.

Bereits 1934 entwickelte der Forstwissenschaftler Herbert Hesmer (1904 1982) in Eberswalde den Gedanken, sich selbst überlassene Wälder, von ihm als Naturwaldzellen bezeichnet, systematisch zu beobachten. Noch heute existieren aus diesem repräsentativen Netz Naturwälder wie der „Faule Ort“ in der Uckermark oder die „Tauerschen Eichen“ im Landkreis Spree-Neiße.

Im Landeswaldgesetz hat das Land Brandenburg die Möglichkeit geschaffen, geeignete Gebiete für langfristige Naturwaldbeobachtungen zu sichern. Auf dieser Grundlage ist am 25. Oktober auch der Naturwald „Stärtchen“ im Landkreis Teltow-Fläming unter Schutz gestellt worden. Er liegt zwischen Luckenwalde und Baruth und steht stellvertretend für alle noch existierenden Vorkommen von Stieleichen-Hainbuchen-Naturwäldern auf den feuchten Standorten der Brandenburger Urstromtäler.

Eichen und Buchen sind Brandenburgs wichtigste Laubbäume. Ohne den Einfluss des Menschen würden sie noch heute das Land größtenteils bedecken. Die Beobachtung ihrer natürlichen Vorkommen bietet wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung erfolgversprechender Strategien, mit denen die zunehmende Dynamik des Klimawandels forstwirtschaftlich begleitet werden kann. Sie sind insbesondere für den Waldumbau in Brandenburg, den Umbau von reinen Kiefern- zu Mischwäldern, unverzichtbar.

geoportal.teltow-flaeming.de

MIL

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