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Naturschutzgroßprojekt im Osterzgebirge wird fortgesetzt

Naturschutzgroßprojekt im Osterzgebirge wird fortgesetzt

Das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ kann auch in den nächsten fünf Jahren fortgesetzt werden. In Anwesenheit der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel, übergab Sachsens Umweltminister Frank Kupfer am 10. Januar 2011 den Bescheid über die nötigen Fördermittel. An der Finanzierung des Gesamtvolumens von rund 3,7 Millionen Euro beteiligen sich der Bund mit 65 und der Freistaat Sachsen mit 28 Prozent. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und die Stadt Altenberg als Projektträger tragen sieben Prozent der Kosten.
„Blütenreiche Bergwiesen, landschaftstypische Steinrücken und weiträumige Offenlandbereiche sind nicht nur charakteristisch für die Osterzgebirgsregion um Altenberg und Fürstenau. Sie sind einzigartig in Deutschland“, so Umweltminister Kupfer. Bereits in den vergangenen Jahren sei deshalb die Entwicklung dieser schützenswerten Kulturlandschaft gefördert worden.
Im Rahmen des Projektes sind verschiedene Naturschutzmaßnahmen vorgesehen. So ist zum Erhalt und für die Entwicklung des Artenreichtums geplant, bisher brach gefallenes Grünland und früher intensiv genutzte Standorte mit verschiedenen Methoden zu mähen und zu beweiden.
Ein weiteres Instrument für den Schutz der Tierwelt sowie für Erhalt und Neuansiedlung von Moos- und Flechtenfauna auf den Bergwiesen wird die Steinrückenpflege sein. Durch Wiedervernässungsmaßnahmen sollen Moor- und Sumpfwälder gefördert und der Lebensraum des Birkhuhns erhalten und entwickelt werden. Neben dem Birkhuhn werden auch seltene Pflanzenarten wie Trollblume und verschiedene Orchideenarten profitieren.
„Das Naturschutzgroßprojekt bringt jedoch nicht nur Vorteile für die Natur“, so der Minister weiter. „Es ist vor allem auch eine Chance für die weitere Entwicklung und wirtschaftliche Stärkung des ländlichen Raumes hier im Osterzgebirge“. Durch Einbeziehung ortsansässiger Landwirtschaftsbetriebe und privater Eigentümer in die Naturschutzmaßnahmen fließen Finanzmittel in die Region, auf diese Weise können Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden. Gleichzeitig gewinnt die Osterzgebirgsregion weiter an Attraktivität für den Tourismus. „Das Naturschutzgroßprojekt macht es möglich, Naturschutz, Regionalentwicklung und Tourismus zu vernetzen und in Einklang zu bringen“, so der Minister.
„Das Naturschutzgroßprojekt ist ein Glücksfall für den Schutz einer einmaligen Kulturlandschaft in Deutschland und damit gleichermaßen für den Erhalt unseres nationalen Naturerbes wie auch einer ausgesprochen attraktiven Landschaft. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur dauerhaften Sicherung“, betonte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Professorin Dr. Beate Jessel.
Die Bergwiesen des Osterzgebirges gehören zu den naturschutzfachlich wertvollsten in deutschen Mittelgebirgen. Im Projektgebiet leben viele bedrohte Arten, wie der Wachtelkönig, der Raubwürger und die Buschnelke. Besondere Bedeutung kommt der noch bestehenden Birkhuhnpopulation zu. „Zudem zählt die hier vorkommende Bergwiesen- und Steinrückenlandschaft zu den landschaftlich schönsten Gebieten Deutschlands“, so der Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Michael Geisler.
„Mit dem heutigen Tag ist die Finanzierung dafür gesichert, diese Prädikatslandschaft mit großem Potenzial zu erhalten und weiter positiv zu entwickeln. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Ziele in den nächsten fünf Jahren erfolgreich umsetzen können“, ergänzte der sächsische Umweltminister Frank Kupfer. Nach einer achtjährigen Förderung des bisher 890 Hektar umfassenden Naturschutzgroßprojektes wird nun das Kerngebiet um 780 Hektar vergrößert und für fünf Jahre weiter gefördert. Der Bund beteiligt sich im Rahmen des Programms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ mit 65 Prozent in einer Höhe von 2,4 Millionen Euro an den Kosten von 3,7 Millionen Euro, das Land Sachsen und der Landkreis Sächsische Schweiz finanzieren 1 Million Euro und 260.000 Euro. Die Bundesmittel werden aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereit gestellt.
„Das Projekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Schutz einer historischen Kulturlandschaft die Vielfalt an Arten und Lebensräumen sichert. Die bereits erzielten Erfolge insbesondere in Zusammenarbeit mit den Landwirten und der Region haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich der Erhalt der biologischen Vielfalt sehr gut mit wirtschaftlichen Interessen verbinden lässt und gerade im ländlichen Raum Chancen eröffnet. Hieran gilt es anzuknüpfen, um eine herausragende Landschaft mit den Wertschöpfungspotenzialen für Freizeit, Erholung, Tourismus und Gesundheit im Interesse der Region erfolgreich weiter zu entwickeln“, betonte Jessel.
 

Bergwiesen im Osterzgebirge

 
SMUL/BfN/Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

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