ABO
Naturschutz mit Augenmaß: Nutzerverbände formieren sich

Naturschutz mit Augenmaß: Nutzerverbände formieren sich

Am 10. März 2016 haben sich in Kiel sechs Dachorganisationen sogenannter „Nutzerverbände“ zu einer gemeinsamen Aufstellung formiert. In den Dachorganisationen sind über 30 Verbände mit über 3 Millionen Mitgliedern zusammengeschlossen. Sie verleihen einer Mehrheit eine Stimme für einen Naturschutz mit Augenmaß. 
Auf Einladung des Arbeitskreises Eigentum & Naturschutz Schleswig-Holstein und nach einem einführenden Vortrag von Gregor Beyer, Potsdam, vereinbarten:
•  Pro Natur MV
eine bundesländerübergreifende engere Zusammenarbeit durch Informationsaustausch und wechselseitige Unterstützung.
Die Organisationen beschlossen folgende gemeinsame Resolution:
1.  Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist nicht nur Staatsziel (Artikel 20a Grundgesetz), sondern auch Selbstverpflichtung derjenigen, die Natur nachhaltig bewirtschaften.

 

2.  Uns eint die gemeinsame Überzeugung, dass Naturschutz nur dann erreicht werden kann, wenn auch die Lebensgrundlagen derjenigen gesichert sind, die in den deut-schen Kulturlandschaften zum Teil seit Generationen leben und sie schon um ihrer eigenen Existenz willen seit jeher sachkundig und nachhaltig bewirtschaften.

 

3.  Insbesondere im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie kam und kommt es in der Vollzugspraxis seit zwei Jahrzehnten immer wieder zu erheblichen Schwierigkei-ten. Die Umsetzung der Richtlinien hat zu erheblichen Akzeptanzproblemen geführt. Oftmals hat der Schutz der Natur vor dem Menschen Vorrang vor dem Schutz der Natur durch den Menschen. Die Kommunikation mit denjenigen, die mit und in der Natur wirtschaften, muss deutlich verbessert werden. Für Managementplanungen muss das Einvernehmen der Bewirtschafter Voraussetzung sein.

 

4.  Behördlicher und verbandlicher Naturschutz ist zu oft unverhältnismäßig. Infrastruk-turprojekte scheitern oder werden verzögert, kleine Anlässe werden drakonisch sanktioniert, problematische Eingriffe politisch passend gemacht.

 

5.  Die Interessen der Nutzer und Eigentümer müssen in die politische und planerische Abwägung einbezogen werden, um negative Effekte auf Wirtschaft und Naturschutz zu vermeiden. Wir sind offen für Gespräche, denn Nachhaltigkeit und Naturschutz zählen zur Basis unseres Wirtschaftens.

 

6.  Wir vereinbaren fachlichen Austausch, persönlichen Kontakt und eine immer engere Zusammenarbeit.

 

Kiel, den 7. April 2016
Arbeitskreis Eigentum & Naturschutz

Auch interessant

von