Baum und Natur

Naturnah per Label – das tun Städte für die Artenvielfalt

Bearbeitet von Carolin Föste

Wie naturnah sind deutsche Städte? Dem geht das Label „StadtGrün naturnah“ nach und ehrt Kommunen und Städte, die die Natur besonders unterstützen. Sieben Städte haben sich das Label nun neu verdient, andere erhalten die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal.

2016 bis 2021 wurde „StadtGrün naturnah“ im Rahmen des Projekts „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt entwickelt. Nun wird es selbstständig vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e. V. (Kommbio) weitergeführt und vergeben. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie dem Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Was leisten Städte für die Auszeichnung „StadtGrün naturnah“?

Weniger Pflege und mehr Artenvielfalt – das erreichen Städte beispielsweise, indem sie seltener mähen und artenreiche Wildblumenwiesen ungestört aufwachsen lassen, auf Pestizide verzichten und heimisches Saat- und Pflanzgut ausbringen. Abgestorbene Bäume bleiben, wenn sicherheitstechnisch nichts dagegenspricht, als Lebensräume erhalten.

Von diesen Maßnahmen profitieren nicht nur Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge. In der Nahrungs- und Nutzungskette weiter oben stehen Fledermäuse, Vögel und menschliche Stadtbewohner. Erwachsene und Kinder seien gesünder und zufriedener, wenn sie näher an Grünflächen leben und Erfahrungen in der Natur sammeln können, berichtet das Bündnis.

Diese Städte sind besonders naturnah

Die diesjährige Preisverleihung fand am 24. Juni in Frankfurt a. M. statt. Die Städte Bad Säckingen, Emden, Geestland, Haldensleben, Laupheim, Pforzheim und Plön haben sich die Auszeichnung neu verdient. Hannover, Frankfurt a. M., Kirchhain und Wenigerode wurden erneut ausgezeichnet.

Hannover und Frankfurt a. M. erhielten dabei den „Gold“-Status, den höchsten Zertifizierungs-Standard. Damit setzen sie sich dem Label nach besonders ein, um dem Artenrückgang und der Klimakrise entgegenzuwirken.

Hannover wird als "StadtGrün naturnah" ausgezeichnet
Die Stadt Hannover hat zum zweiten Mal das Label „StadtGrün naturnah“ erhalten – mit dem höchstmöglichen Standard. V. l. n. r.: Robert Spreter Bündnis, Geschäftsführer Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“, Anja Ritschel (Wirtschafts- und Umweltdezernentin), Manuel Kornmayer (Bereichsleitung Grünflächen), Sabine Schröder (Sachgebietsleitung Grünflächenpflege), Dr. Uwe Messer, Projektleiter „StadtGrün naturnah“.
Foto: Kommbio

Das leistet das Label für mehr Naturnähe

„StadtGrün naturnah“ fördert also Städte, die sich für die Artenvielfalt einsetzen. Dabei dienen, neben dem Label selbst, Workshops, Maßnahmenplanungen, Treffen zum Austausch von Erfahrungen sowie Beratungen vor Ort der Unterstützung der Preisträger. Auch bietet das Bündnis Hilfe bei der Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit.

Um das Label „StadtGrün naturnah“ zu erhalten, müssen interessierte Kommunen und Städte ihre Pflegemaßnahmen sowie bereits umgesetzte Eingriffe zusammentragen und darlegen. Daraufhin entwickeln sie einen Maßnahmenplan, der eigene Projekte zur naturnahen Entwicklung ihrer Grünflächen beiträgt. Dann haben sie die Chance, das Label in der Auszeichnung Bronze, Silber oder Gold zu erhalten. 56 Kommunen haben dies bereits geschafft.

Quelle: Kommbio