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Naturkatastrophen lähmen Holzmarkt

Zwangsanfälle durch Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer belasten die Rundholzmärkte, beim Nadelholz durch ein großes Angebot und beim Laubholz durch einen gebremsten Start in die Saison. Gibt es Licht am Ende des Tunnels?

Bei der letzten Befragung des ifo-Instituts zeigten sich die befragten Manager in der deutschen Wirtschaft in Feierlaune. Der ifo-Konjunkturklimaindex legte nach Monaten des Rückgangs deutlich zu. Besonders die erreichte Einigung im Handelsstreit mit den USA führte zu gestiegenen Erwartungen an die künftige Marktentwicklung. Auch die aktuelle Lage wurde besser eingeschätzt als im Juli.

Der Index im Bauhauptgewerbe stieg auf ein neues Rekordniveau. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes rechnet in den Jahren 2018 und 2019 mit einem Anstieg der fertiggestellten Wohneinheiten von 5 %. Sollten die Prognosen eintreffen, würde die Anzahl der Fertigstellungen bei Mehrfamilienhäusern im Jahr 2018 den höchsten Wert seit 19 Jahren erreichen. Der Umsatz im Wohnungsbau soll der Prognose folgend 2018 um 5,5 % steigen. Die Lage und die Aussichten im Wohnungsbau sind also nach wie vor sehr positiv.

In der deutschen Holzindustrie wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres ebenfalls steigende Umsätze gemacht. Bei den Sägewerken machte die Umsatzsteigerung 5,3 % aus. Überdurchschnittlich war hier der Anstieg von 19,1 % im Auslandsgeschäft, während das Inlandsgeschäft mit -1,1 % sogar etwas nachgab. In der Holzwerkstoffindustrie und in den baunahen Bereichen lagen die Steigerungen mit 2,1 und 1,9 % etwas niedriger. Sehr stark angestiegen ist wegen der anhaltend guten Exportkonjunktur der Umsatz in der Holzverpackungsindustrie. Er lag um 29 % über des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. In der Möbelindustrie lag der Umsatz in den ersten fünf Monaten leicht über dem des Vorjahrs. Steigerungen gab es hier vor allem im Export.

Probleme bereitet in nahezu allen Branchen der Fachkräftemangel. Expansionspläne können deswegen häufig nicht realisiert werden.

Insgesamt sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen trotz der Unsicherheiten wegen der protektionistischen Politik in den USA und dem drohenden Handelskrieg zwischen China und den USA nach wie vor gut.

Nadelschnittholzmärkte stabil

Nach dem Ende der Ferienzeit weiten die Sägewerke ihre Produktion im September wieder deutlich aus. Während die Geschäftslage auf den Inlandsmärkten nach wie vor stabil ist, werden im Export in die USA und nach Asien leichte Abschwächungstendenzen festgestellt. Dennoch schätzten die Sägewerke ihre Geschäftslage im August als unverändert positiv ein. Die Rundholzversorgung ist mehr als ausreichend. Der Anteil qualitativ schlechter Sortimente nimmt durch den steigenden Käferholzanfall und einen höheren Anteil an überlagertem Sturmholz zu.

Der Erzeugerpreisindex für raues Fichten-/Tannenschnittholz ist bis Juli 2018 um 4,7 % und der für Hobelware sogar um 6,7 % gestiegen. Die Preise für Nadelschnittholz waren bis in den September hinein trotz des Preisrückgangs auf den Nadelrundholzmärkten überwiegend stabil. Wegen des steigenden Angebots von Sturm- und Käferholz wird mit einem zunehmenden Preisdruck auf qualitativ geringwertige Schnittholzsortimente gerechnet.

Die Sägerestholzpreise lagen nach Angaben des EUWID bei Hackschnitzeln im September 2018 im zweistelligen Prozentbereich über dem Vorjahr. Die gute Geschäftslage in der Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie und der Ausbau der Produktionskapazitäten in Europa hat trotz hoher Produktion der Sägewerke und einem damit verbundenen hohen Restholzangebot für stabile Preise gesorgt. Die Preise für Sägespäne liegen in den meisten Regionen deutlich über dem des Vorjahrs.

Die Pelletindustrie wird ihre Produktion in den kommenden Wochen deutlich erhöhen, wodurch die Nachfrage nach Sägespänen steigen dürfte. Bei den Hackschnitzeln wird mit einem zweigeteilten Markt gerechnet. Durch den steigenden Anteil qualitativ schlechterer Rundholzsortimente dürfte der Preis für schlechtere Hackschnitzel unter Druck geraten, während der für bessere Sortimente vermutlich anzieht. Für die kommenden Monate geht man seitens der Sägeindustrie von insgesamt stabilen Sägerestholzpreisen aus.

Ein hohes Rundholzangebot bei sinkenden Rundholzpreisen auf der einen Seite und stabile auf relativ hohem Niveau liegende Schnittholz- und Sägerestholzpreise kennzeichnen die sehr gute wirtschaftliche Lage der Nadelholzsägewerke.

Michael Degenhardt, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Forstamt Südniedersachsen Quellen: u. a. EUWID, Holzzentralblatt, Holzjournal

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