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Naturerbeflächen und „Grünes Band“ in Mecklenburg-Vorpommern gesichert

Naturerbeflächen und „Grünes Band“ in Mecklenburg-Vorpommern gesichert

Die Bundesregierung hat am 28. September mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern die Rahmenvereinbarung zur Übertragung von 613 Hektar Flächen des „Grünen Bandes“ unterzeichnet. „Damit ist nun auch das Nordende des Grünen Bandes gesichert. Die ehemalige innerdeutsche Grenze war viele Jahrzehnte ein Symbol für die Teilung Deutschlands und Europas. Dort ist über die Jahre eine großartige Naturlandschaft entstanden. Dieses Grüne Band erinnert uns an die gewaltsame Teilung Deutschlands und es ist gleichzeitig ein Symbol für die gelungene Wiedervereinigung“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser, bei der Unterzeichnung der Übergabe-Vereinbarungen.
„Wir wollen das Grüne Band für künftige Generationen als Teil deutscher und europäischer Nachkriegsgeschichte in Form eines grünen Mahnmals sicht- und begreifbar machen“, so Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus. Diese naturschutzfachlich wertvollen Flächen, die zu großen Teilen in den Biosphärenreservaten Schaalsee und Flusslandschaft Elbe liegen, werden künftig mit naturschutzfachlicher Zweckbestimmung für das Land durch die Mitarbeiter der beiden Biosphärenreservate erhalten und gepflegt. „Hier finden wir ein hohes Maß an Erfahrung in der Verwaltung und Pflege von wertvollen Naturflächen“, unterstreicht Backhaus. „Im Biosphärenreservat Schaalsee wurde durch ein Bundesförderprojekt bereits ein Pflege- und Entwicklungsplan aufgestellt und im Rahmen des Agenda 21-Prozesses abgestimmt, so dass die konkreten Naturschutzziele für die Flächen des Grünen Bandes bereits definiert sind.“
Gleichzeitig wurde auch die Rahmenvereinbarung zur Übertragung von etwa 8.750 Hektar Naturerbeflächen aus dem Bestand der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) unterzeichnet. Von den BVVG-Flächen übernehmen 1.300 Hektar das Land und rund 7.450 Hektar verschiedene Naturschutzverbände und -stiftungen. Die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht erst das Wirksamwerden der Flächenübertragungen auf die Verbände und Stiftungen.
„Damit sind nach Thüringen, Brandenburg und Sachsen auch in Mecklenburg-Vorpommern die einstigen Bundesflächen dauerhaft für den Naturschutz gesichert. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns auch für die verbleibenden Flächen in Sachen-Anhalt und Niedersachsen in Kürze über entsprechende Rahmenvereinbarungen verständigen“, sagte Heinen-Esser.
 
Sicherung des Nationalen Naturerbes
Die Sicherung des Nationalen Naturerbes ist für die Bundesregierung von herausragender Bedeutung. Hierbei geht es um eine Größenordnung von 125.000 Hektar wertvoller Naturschutzflächen. Davon entfallen rund 7.000 Hektar auf das „Grüne Band“. Das „Grüne Band“ ist dabei von besonderer ökologischer sowie geschichtlicher Bedeutung. Fast 1400 Kilometer lang ist der frühere Grenzstreifen, der aus dem 10 Meter breiten Kontrollstreifen, einem 500 Meter breiten so genannten Schutzstreifen und einer 5 Kilometer breiten Sperrzone bestand. Hier hat sich über die Jahrzehnte der Teilung eine teilweise einzigartige Natur eingestellt: 109 verschiedene Lebensraumtypen, 160 bedrohte Arten waren Anfang der 90er Jahre durch eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums gefunden worden. 177 Quadratkilometer umfasst der gesamte Bereich des Grünen Bandes. Von der Ostseeküste bis zum Bayerischen Wald verbindet das „Grüne Band“ heute natürliche Lebensräume und Landschaften und ist einzigartiger Bestandteil des nationalen und europäischen Biotopverbundes und des kohärenten europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.
 
bmu, MLUV

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