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Natur verbinden und Grenzen überwinden

Natur verbinden und Grenzen überwinden

„Gemeinsam Grenzen überwinden und Natur verbinden“ hieß es am 12. Dezember bei der Abschlussveranstaltung eines Deutsch/Polnischen Interreg-Projektes unter Trägerschaft der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Experten aus Brandenburg und der polnischen Wojewodschaft Lebuser Land präsentierten die Ergebnisse einer Bestandserfassung von wandernden Wildtieren im Grenzgebiet südlich von Frankfurt (Oder). Die Ergebnisse fließen in Folgeprojekte ein und helfen, die Lebensräume und Wandermöglichkeiten von Wildtieren zu verbessern.Viele Wildtiere sind für ihr Überleben und die Gesundheit ihrer Populationen auf weiträumige Wanderungen angewiesen. Das Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Polen ist mit seinen vielen naturnahen Gewässern und Waldgebieten eine besonders wichtige „Wanderstation“ für sie. Wichtige Trittsteinbiotope darin liegen jedoch isoliert wie Inseln in einer bebauten, von Straßen und Bahntrassen zerschnittenen Kulturlandschaft. Besonders auf der brandenburgischen Seite sind die Zerschneidungswirkungen schon deutlich spürbar. Auf polnischer Seite sind die wertvollen Wildtierkorridore zum Teil noch intakt, doch durch den massiven Ausbau der Infrastruktur und den wachsenden Nutzungsdruck ist der einzigartige Naturreichtum bedroht.Um Barrieren für Mensch und Tier zu überwinden, wurde auf der Grundlage einer grenzüberschreitenden Kooperation das Interreg-Netzwerkprojekt „Monitoring für transeuropäische Wildtierkorridore Südbrandenburg – Lubuskie“ auf den Weg gebracht. Das Projekt wird von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg in Kooperation mit der Oberförsterei Cybinka, dem WWF Deutschland, dem NABU Brandenburg, der polnischen Naturschutzorganisation Liga Ochrony Przyrody und der Universität Zielona Góra umgesetzt und läuft noch bis Ende dieses Jahres. Im Rahmen des Projektes wurden Bestandsdaten der Tierarten Fischotter, Wolf, Eisvogel, Europäische Sumpfschildkröte und Bitterling erhoben und in einer gemeinsamen Datenbank zusammengeführt. Die Tierarten wurden von einem binationalen Expertenteam ausgewählt und stehen beispielhaft für viele weitere Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen.Auf Basis der Vorkommen werden Empfehlungen für Aufwertungsmöglichkeiten der Lebensräume und Wanderkorridore erarbeitet, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Bis Mitte nächsten Jahres ist die Stiftung darüber hinaus als Partner in ein Umweltbildungsprojekt der Oberförsterei Cybinka eingebunden, das naturverträgliche Besucherlenkung und Umweltbildungsangebote zu wandernden Wildtieren realisiert.

Stiftung Naturlandschaften Brandenburg

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