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Nationalpark Teutoburger Wald: Waldbauern und Bürgerbewegung lehnen Schlichtung ab

Die Vorsitzende des Waldbauernverbandes Lippe, Beatrix Boekstegers, lehnt das angestrebte Schlichtungsverfahren zum umstrittenen Nationalpark wie auch die Berufung von Rechtsanwalt Günter Kozlowski durch den Kreistag ab.
Für ein Schlichtungsverfahren stehe der Verband nicht zur Verfügung. „Unsere Position in der Frage des umstrittenen Nationalsparks ist hinlänglich bekannt. Die Idee eines Nationalparks, die auf einem breiten Konsens beruht, ist wegen des breiten Widerstands in der Region gescheitert. Bevor es dazu wieder Gespräche geben kann“, so Boekstegers, „müsste eine deutlich überarbeitete Planung vorgelegt werden, bei der insbesondere die Waldflächen, die private Eigentümer wie Prinz zur Lippe nicht zur Verfügung stellen, aus der ursprünglich vorgestellten Kulisse herausgenommen werden.“

Im Übrigen fehle es Kozlowski auch an der notwendigen Legitimation für die Rolle eines Schlichters. „Er ist schlicht und einfach Partei, weil er den Kreis in der konkreten Frage bereits anwaltlich vertreten hat. Und in einer Information seiner Kanzlei heißt es, der Kreistag des Kreises Lippe habe ihn erneut mandatiert, im Verfahren zur Schaffung eines Nationalparks Teutoburger Wald zu schlichten.“ Boekstegers: „Ein Schlichter muss neutral sein und darf in der Frage per Definition keine Interessen haben oder vertreten. Das ist bei Herrn Rechtsanwalt Kozlowski eindeutig nicht der Fall und wir machen bei einem solchen Etikettenschwindel nicht mit.“

„Ich appelliere an die Verantwortlichen, grundsätzlich neu über die Entwicklung unserer Region nachzudenken und nicht länger an einer Idee festzuhalten, zu der es keinen Konsens geben wird. Und ohne Konsens, so steht es in allen politischen Beschlüssen, gibt es keinen Nationalpark“, stellte Beatrix Boekstegers abschließend fest.

Bürgerbewegung lehnt „Schlichtergespräche“ über Nationalpark ab
 
Auch die Bürgerbewegung gegen den umstrittenen Nationalpark Teutoburger Wald lehnt sogenannte „Schlichtergespräche“ ab. „Der eingesetzte Beauftragte ist klar parteiisch, die Gespräche werden nicht ergebnisoffen geführt und die Schlichtung ist nur eine taktische Finte, um das gescheiterte Projekt noch einmal neu zu beatmen“, erklärte der Vorsitzende der Bürgerbewegung, Jürgen Ruth.
 
Der Landrat Friedel Heuwinkel verfolge weiterhin das Ziel, den auf breite Ablehnung stoßenden Nationalpark doch noch zu schaffen. 26000 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift dagegen ausgesprochen, ebenso wie fünf von acht der betroffenen Kommunen, zwei von drei Landkreisen und über 2000 Demonstranten am 21. Januar 2012 in Detmold. Ein zentraler Teil der geplanten Kulisse – die Wälder des Hauses Lippe – stehen darüber hinaus gar nicht zur Verfügung. Jürgen Ruth: „An diesen Tatsachen will man sich jetzt durch vorgebliche Schlichtungsgespräche vorbeimogeln, indem man im Hinterzimmer über Auswege darüber sprechen will, wie das gescheiterte Projekt doch noch durchkommt.“
 
Die Bürgerbewegung sei an derartigen Tricksereien nicht interessiert. Ein echter Dialog könne nur ergebnisoffen geführt werden. Das bedeute, dass die Befürworter auch bekennen, dass die Möglichkeit des Scheiterns bestehe. Das sei aber nicht der Fall. „Und einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der mehrfach von Seiten der Befürworter bezahlt wurde und nach eigener Aussage weiter bezahlt wird, stellt schon den Begriff des ‚Schlichters‘ ad absurdum. Deshalb lehnen wir derartige Gespräche ab“, so Jürgen Ruth.
 
 

 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Lippischer Waldbauernverband/BB

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