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Nationalpark Schwarzwald: Nationalpark-Rat hat sich konstituiert

Baden-Württembergs Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde sagte im Anschluss an die konstituierende Sitzung des Nationalpark-Rats am 23.1.2014: „Die Gründung eines Nationalpark-Rats mit paritätischer Mitbestimmung der Region ist in Deutschland bisher einmalig. Der Rat ermöglicht den Vertretern der Region eine breite Mitbestimmung in allen Angelegenheiten des Nationalparks, die von grundsätzlicher Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Erstellung eines Nationalpark-Plans, das Verkehrs- und Tourismuskonzept sowie das Borkenkäfermanagement.“ Diese erste Sitzung des Nationalpark-Rats fand im Naturschutzzentrum am Ruhestein in Seebach (Ortenaukreis) statt, dem offiziellen Sitz der Nationalpark-Verwaltung.
„Ich gratuliere dem Vorsitzenden, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, herzlich zu seiner Wahl durch die regionalen Vertreter und freue mich auf eine vertrauensvolle, intensive und konstruktive Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Region werden wir den Nationalpark zu einem naturschutzfachlichen Leuchtturm und zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und touristischen Impulsgeber der Region entwickeln“, so der Minister weiter.
Nationalpark-Rat 
Der Nationalpark-Rat hat 24 Mitglieder, paritätisch aus 12 Vertretern der Region und 12 der Landesverwaltung. Die eine Hälfte der Stimmberechtigen sind Vertreter von Kommunen, Landkreisen und dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, die andere Hälfte belegen Vertreter der Nationalparkverwaltung, der Regierungspräsidien und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
Zum Vorsitzenden des Nationalpark-Rats wählten die Vertreter der Region einstimmig den Freudenstädter Landrat Dr. Klaus Michael Rückert. „Der Landkreis Freudenstadt ist natürlich in besonderem Maße vom Nationalpark berührt. Als Vorsitzender werde ich die Interessen der gesamten Region vertreten. (…) Wir haben nun zur Aufgabe, die Ziele und Aufgaben des Nationalparks gemeinsam zu entwickeln und seine Akzeptanz in der Region weiter zu vergrößern“, erklärte Rückert. Seinen derzeitigen Vorsitz des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord wird der Landrat abgeben. Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Nationalpark-Rats wurde Nationalpark-Leiter Dr. Thomas Waldenspuhl benannt.
Laut Nationalparkgesetz entscheidet der Nationalpark-Rat in allen Angelegenheiten des Nationalparks von grundsätzlicher Bedeutung, insbesondere über den Nationalparkplan, die Lenkung des Besucher- und Erholungsverkehrs, die Erarbeitung eines Verkehrs- und Tourismuskonzepts sowie Maßnahmen bei großflächigen Schadereignissen. Die kommunale Seite wird im Nationalpark-Rat vertreten durch die Landräte von Freudenstadt, dem Ortenaukreis und Rastatt, die Oberbürgermeister von Baden-Baden und Bühl, die Bürgermeister von Bad Peterstal-Griesbach, Baiersbronn, Forbach, Oppenau, Ottenhöfen und Seebach sowie einen Vertreter des Vorstands des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Für das Land werden u.a. die Regierungspräsidentinnen von Freiburg und Karlsruhe, die Leiter der Nationalparkverwaltung, der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der Landesforstpräsident sowie der Abteilungsleiter Naturschutz des MLR vertreten sein. 
Nationalpark-Beirat
Zukünftig werden auch noch vier Vertreter des Nationalpark-Beirates in den Sitzungen beratend zur Seite stehen; der Nationalpark-Beirat konstituiert sich in den kommenden Monaten. Der Nationalpark-Beirat setzt sich aus 32 Vertretern von Verbänden und Institutionen aus Forst, Naturschutz, Tourismus, Sport, Landwirtschaft und Forschung aus der Region zusammen.
Erste Aufgaben des Nationalpark-Rats
 
Eine der ersten Aufgaben des Nationalpark-Rats wird die Erstellung des Nationalparkplans sein. Darin werden Leitbild, Ziele und Aufgaben des Parks festgelegt und diese mit konkreten Maßnahmen hinterlegt, die die Nationalparkverwaltung in den nächsten Jahren umsetzen wird. Der Nationalparkplan wird sich in verschiedene Module zu den wichtigsten Themen wie etwa Borkenkäfermanagement, Wildtiermanagement, Umweltbildung, Erholung und Tourismus aufteilen. Auch wird der Nationalpark-Rat die Standorte für Portale und Infopunkte in der Region festlegen.
Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung
Anfang Januar 2014 haben die ersten rund 40 Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung ihre Arbeit aufgenommen. Dabei handelt es sich weit überwiegend um Förster, Waldarbeiter und bisherige Mitarbeiter des Naturschutzzentrums Ruhestein, die bereits bisher auf der Fläche gearbeitet haben und die aufgrund des Gesetzes mit ihren Aufgaben in die Nationalpark-Verwaltung übergehen.
Bis Ende 2016 sollen alle 89 Stellen des Nationalparks besetzt sein. Schritt für Schritt werden die noch vakanten Stellen öffentlich ausgeschrieben. Ab Februar werden die ersten Stellenausschreibungen auf der Homepage des Nationalparks Schwarzwald veröffentlicht.
Ranger sowie Naturpädagogen führen seit Anfang Januar fast täglich Schulklassen und andere Gruppen durch den Nationalpark Schwarzwald. Ende Februar erscheint das erste Jahresprogramm mit Informationsveranstaltungen und Führungen für alle Altersgruppen.
MLR Baden-Württemberg

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