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Nationalpark Schwarzwald bekommt erste Gliederung

Neun Monate nach der Gründung des Nationalparks Schwarzwald hat die Nationalparkverwaltung jetzt einen Vorschlag für die erste Einteilung der 10.000 ha großen Waldflächen vorgelegt. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt für den Nationalpark“, informiert Leiter Dr. Thomas Waldenspuhl. Das Gebiet des ersten Nationalparks in Baden-Württemberg werde nun in verschiedene Bereiche eingeteilt – die sogenannten Kernzonen, Entwicklungszonen und Managementzonen. Die Waldgebiete in den einzelnen Zonen werden unterschiedlich stark vom Menschen beeinflusst. Der Nationalpark-Rat, in dem neben dem Land auch die umliegenden Gemeinden, Stadt- und Landkreise vertreten sind, hat den Entwurf in seiner letzten Sitzung frei gegeben. In den kommenden Wochen haben die politischen Gremien der Nationalparkgemeinden und -kreise nun Gelegenheit, über die Zoneneinteilung zu diskutieren und Änderungswünsche einzubringen. „Es ist wichtig, dass wir diesen Prozess gemeinsam gestalten“, sagt Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, Vorsitzender des Nationalpark-Rats. Im Oktober wird es für interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben, sich im Rahmen von Führungen über die geplante Gliederung zu informieren. Die Termine für diese Führungen werden über die Presse bekannt gegeben. Im November können Bürgerinnen und Bürger auch über ein Onlineportal ihre Ideen einbringen.Einteilung in drei ZonenDer erste Flächenplan sieht vor, den Nationalpark (insgesamt 10.062 ha) in eine rund 3.300 ha große Kernzone (32,7 %), eine 2.100 ha große Managementzone (21,3 %) sowie eine rund 4.600 ha große Entwicklungszone (46 %) zu unterteilen. Die Nationalparkverwaltung hat die Gliederung der einzelnen Zonen gemeinsam mit Mitgliedern des Nationalpark-Rates und -Beirates geplant. Außerdem wurden die Ergebnisse der regionalen Arbeitskreise Waldumbau und Borkenkäfer, Naturschutz, Wildtiermanagement, Auerhuhn und Tourismus berücksichtigt. Wichtige Ziele waren unter anderem der Schutz der umliegenden Wälder mittels eines 500 m breiten Pufferstreifens sowie die Integration der bestehenden Schutzgebiete.Die Waldgebiete der Kernzone, zu der die Bereiche Plättig, Hoher Ochsenkopf/Nägeliskopf im Norden, Wilder See/Kleemüsse in der Mitte sowie Buhlbachsee/Hechliskopf im Süden gehören sollen, werden dabei am stärksten geschützt. Hier kann sich die Natur vom Menschen weitgehend unbeeinflusst entwickeln. Nach den internationalen Richtlinien für Nationalparks (festgelegt von der International Union for Conservation of Nature IUCN) werden in 30 Jahren drei Viertel der Fläche des Nationalparks Schwarzwald zur Kernzone zählen. Natürlich dürfen Besucher diese Gebiete auch weiterhin auf ausgewiesenen Wegen betreten, sofern sie die Schutzvorschriften beachten.Bis maximal ein Viertel der Fläche des Nationalparks wird dauerhaft Managementzone bleiben. Hier werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegend und lenkend eingreifen – unter anderem, um Biotop- und Artenschutzziele zu sichern und die Ausbreitung des Borkenkäfers auf umliegende Wälder zu verhindern. Aus diesem Grund werden in diesem Bereich Tannen und Buchen gezielt gefördert. Die Grindenflächen sollen erhalten und miteinander vernetzt werden. Auch in den Entwicklungszonen sind je nach Lage noch Maßnahmen wie Förderung von Buchen und Tannen, präventives Borkenkäfermanagement und Pflege von Auerhuhngebieten möglich. Innerhalb von 30 Jahren sollen die Waldflächen der Entwicklungszone dann nach und nach in Kernzonen umgewandelt werden. Zuständig für jede Vergrößerung der Kernzone ist der Nationalpark-Rat Die Gestaltung der Entwicklungs- und Managementzonen (derzeit rund zwei Drittel der Nationalparkfläche) wird die Nationalparkverwaltung in den kommenden vier Jahren in enger Abstimmung mit dem Nationalpark-Rat, dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, dem Nationalpark-Beirat sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern genauer festlegen. Alle wesentlichen Entscheidungen werden vom Nationalpark-Rat getroffen.

NLP

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