ABO
Im Nationalpark Eifel gab es 2018 einen Besucherhoch von 911.787 Gästen auf der Nationalparkfläche, so die permanenten Zählgeräte für das Jahr 2018.

Nationalpark Eifel: Leistungsbericht 2018

Der Leistungsbericht 2018 „Wald, Wasser, Wildnis“ für den Nationalpark Eifel wurde am 16. Juli 2019 im Nationalpark-Zentrum Eifel in Vogelsang vorgestellt.

„Tausende durch Dürre und Borkenkäfer geschwächte Fichten wurden der freien Entwicklung überlassen, wo benachbarte Wirtschaftswälder dadurch nicht gefährdet sind. Vor allem im westlichen Kermeter und im Hetzinger Wald können Besucher spannende Walddynamik im Nationalpark Eifel beobachten“, nannte Nationalparkleiter Dr. Michael Röös, eine der Auswirkungen des extremen Hitzejahres 2018 anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes 2018 im Nationalpark-Zentrum Eifel in Vogelsang. Neben der Dokumentation eines der am stärksten durch Naturereignisse geprägten Jahre beinhaltet der Bericht weitere Fakten und Daten aus der Nationalparkarbeit.

Dürre und Borkenkäfer im Nationalpark Eifel

Die wärmste und längste Vegetationszeit seit Aufzeichnung der Klimadaten, verstärkt durch ausbleibende Niederschläge, führte auch im Nationalpark Eifel zu einer lang anhaltenden Sommerdürre und einer Borkenkäfer-Massenvermehrung. Wo keine Wirtschaftswälder an den Nationalpark grenzen, haben sich Dürre und Borkenkäferfraß positiv auf die Laubwaldausbreitung und den Strukturreichtum im Nationalpark ausgewirkt. Andernorts, wie im Süden des Nationalparks, wurden jedoch innerhalb einer Pufferzone von 500 m frisch vom Borkenkäfer befallene Fichten entfernt. Insgesamt fiel mit rund 8.300 m³ die seit Gründung des Nationalparks 2004 höchste aufgearbeitete Käferholzmenge an.

Zu den Auswirkungen zählten auch die zeitlich verschobenen Buchenpflanzungen auf das darauf folgende Frühjahr. „Es wird noch einige Jahre notwendig sein, die natürliche Waldentwicklung in Teilbereichen durch Pflanzung von Buchen weiter in Richtung laubbaumreicherer Wälder zu unterstützen“, so Dr. Röös. Speziell im Fokus sind dabei die Randbereiche (Pufferzone), wo Nationalpark-Fichtenwälder an Fichten-Wirtschaftswälder grenzen.

Mehr wärmeliebende Arten

Derzeit gibt es eine Tendenz der Zunahmen an wärmeliebenden Arten. „Im Rahmen des Monitorings stoßen wir weiterhin und zunehmend auf wärmeliebende Arten“, erläutert Dr. Andreas Pardey vom Fachgebiet Forschung und Dokumentation der Schutzgebietsverwaltung die Erfahrungen für das zurückliegende Jahr. Er werte dies als Phänomen des Klimawandels, so der Biologe.

Im Nationalpark Eifel werden zunehmend wärmeliebende Tierarten, wie der Kurzschwänzige Bläuling entdeckt. Foto: Dr. A. Pardey/Nationalparkverwaltung

Alleine bei den Schmetterlingen konnten mit dem Brombeer-Perlmuttfalter, dem Malven-Dickkopffalter und dem Kurzschwänzigen Bläuling drei wärmeliebende Tagfalterarten erfasst werden.

Besucherrekord im Nationalpark Eifel

Ein Besucherhoch von hochgerechnet 911.787 Gästen auf der Nationalparkfläche ergab die Erfassung durch permanente Zählgeräte für das Jahr 2018. In den besucherstarken Sommermonaten Juli und August waren hauptsächlich die seenahen Bereiche und die schattigen Buchenwälder sehr beliebt. Die Touristen haben 2018 anlässlich ihrer Nationalparkbesuche insgesamt 32 Mio. € ausgegeben. Dieser Bruttoumsatz der Nationalparkbesucher ergibt rechnerisch 660 Vollzeitarbeitsplatzäquivalente.

Die fünf Nationalpark-Tore waren mit insgesamt rund 263.000 Besuchern wieder sehr gut besucht. Das Nationalpark-Tor Rurberg verzeichnete mit 114.861 Gästen ein Rekordjahr seit seiner Eröffnung 2005. Sehr beliebt bei den Besuchern war auch wieder „Der Wilde Weg“ im Barrierefreien Naturerlebnisraum Wilder Kermeter, für den 2018 erstmals über 60.000 Besucher gezählt wurden. In Kooperation mit der Stadt Schleiden und Verkehrsunternehmen musste die Nationalparkverwaltung dort aufgrund des erhöhten Parkaufkommens Maßnahmen zur Gewährleistung des Linienbusverkehrs ergreifen.

Rückkehr des Wolfes

Die Nationalparkverwaltung Eifel nutzte das abgelaufene Jahr auch, um in Kooperation mit dem NABU NRW die Nationalparkregion Eifel auf die Rückkehr des Wolfes vorzubereiten. Das Thema war mit der Präsentation der NABU-Wanderausstellung „Rückkehr des Wolfes nach NRW“ als Sonderausstellung im Nationalpark-Zentrum Eifel und zahlreichen Sonderführungen, einem gut besuchten Informationsabend mit anschließender Podiumsdiskussion, Multiplikatoren-Schulungen, und Informationsveranstaltungen in mehreren Nationalpark-Schulen Schwerpunkt der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

Nationalparkforstamt Eifel/Red.

Auch interessant

von