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Für mehr als die Hälfte der befragten Touristen im Bayerischen Wald spielt der Nationalpark der Studie zufolge eine bedeutende Rolle.

Nationalpark Bayerischer Wald feiert 50. Geburtstag

Der Nationalpark Bayerischer Wald feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Deutschlands ältester Nationalpark ist im Lauf der Jahrzehnte zu einer Erfolgsgeschichte für die gesamte Region geworden. Das betonte Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber beim Neujahrsempfang in Neuschönau (13.1.2020). 

Umweltminister Thorsten Glauber: „Der Nationalpark hat sich in 50 Jahren zu einem einzigartigen Refugium für Tiere und Pflanzen entwickelt. Hier darf Natur noch Natur sein. Die einmalige Landschaft des Nationalparks ist heute ein Magnet für Touristen. Seine Strahlkraft erreicht die gesamte Region. Das belegt eine aktuelle Studie: Gut 1,4 Millionen Besucher kamen 2019 in den Nationalpark, fast doppelt so viele wie vor zwölf Jahren. Auch die wirtschaftlichen Effekte für die Region sind beeindruckend. Wir wollen diese Erfolge und den Nationalpark weiterentwickeln. Ein Sonderprogramm mit einem Volumen von rund 32 Millionen Euro soll die Infrastruktur im Bereich des Nationalparks stärken.“

Mit der Ertüchtigung der Besuchereinrichtungen im Nationalpark wurde bereits begonnen. Die neue Waldwerkstatt für Kinder und Jugendliche im Informationszentrum „Hans-Eisenmann-Haus“ wird im Frühjahr eröffnet. Vorgesehen ist, noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Nationalpark-Basisstraße zu beginnen. Die Sanierung der Gfällstraße ist für das kommende Jahr geplant.

Tourismusmagnet mit Strahlkraft für die gesamte Region

Die Netto-Wertschöpfung durch Besucher beträgt für die Nationalpark-Region inzwischen insgesamt rund 26 Mio. € pro Jahr. Das zeigen erste Ergebnisse einer noch laufenden Studie zu den regionalökonomischen Auswirkungen durch den Tourismus im Nationalpark Bayerischer Wald. Sowohl die Besucherzahlen als auch die daraus resultierende Wirtschaftskraft sind im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen.

Am Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau schlängelt sich der barrierearme Baumwipfelpfad mit einer Gesamtlänge von 1.300 m, einer Höhe von 8 bis 25 m mit seinen Lern- und Erlebnisstationen. Foto: Erlebnis Akademie AG, Christian Rothbauer

Für mehr als die Hälfte der befragten Touristen im Bayerischen Wald spielt der Nationalpark der Studie zufolge eine bedeutende Rolle.

Jubiläums-Feierlichkeiten

Höhepunkte der Jubiläums-Feierlichkeiten sind die „Feste der Regionen“ am 23. und 24. Mai sowie am 8. und 9. August mit Kinder- und Familienprogramm. Am 50. Gründungstag des Nationalparks, am 7. Oktober, findet ein Staatsempfang in München statt. Daneben sind zahlreiche Aktivitäten, Ausstellungen, Führungen und Tage der offenen Tür in verschiedenen Einrichtungen des Nationalparks geplant.

Erster deutscher Nationalpark

Am 11. Juni 1969 beschloss der Bayerische Landtag einstimmig die Gründung eines Nationalparks im Gebiet zwischen Rachel und Lusen. Am 7. Oktober 1970 wurde das im Landkreis Freyung-Grafenau gelegene Schutzgebiet mit einer Größe von 13.300 ha als erster deutscher Nationalpark eröffnet und im Jahr 1997 auf insgesamt 24.250 ha Fläche erweitert. 98 % der Fläche des Nationalparks Bayerischer Wald sind Wälder. Zudem gibt es offene Hochmoore und ehemalige Bergweiden.

Zeitreihe Waldentwicklung am Lusen. Quelle: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Die Wälder im Nationalpark-Gebiet entwickeln sich mit ihren Mooren, Bergbächen und Gipfellagen zu einer Waldwildnis mit besonders hoher Biodiversität. Auch tote oder umgestürzte Bäume bleiben im natürlichen Umfeld. Unter anderem dieser hohe Anteil an Totholz bietet gut 10.800 Insekten-, Pilz- und Vogelarten Nahrung und Lebensraum.

Weitere Informationen zum Nationalpark und zum Jubiläumsjahr unter www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de

StMUV Bayern/Red.

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