WaldÖkologie

Nahrungsnetze: Das größte Waldbiodiversitätsexperiment

Bearbeitet von Carolin Föste

Nahrungsnetzte bilden die Verbindung von Lebewesen zu ihren Ökosystemen. Um ihre Wechselwirkungen mit dem Baumsterben zu untersuchen, wurde nun ein neues Forschungsprojekt um die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein von der Universität in Freiburg bewilligt. Geforscht wird in China – im weltweit größten Waldbiodiversitätsexperiment.

„MultiTroph“, lang: „Multitrophische Wechselwirkungen in einem Waldbiodiversitätsexperiment in China“, heißt die Forschungsgruppe um die Biologin vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg, die die Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie leitet. Insgesamt 8 Projekte mit Forschenden aus Deutschland, Österreich und China werden darunter vereint. Das im Oktober 2022 startende Projekt wird über vier Jahre mit 3 Mio. Euro gefördert.

Baumarten im Nahrungsnetz

Das Ziel der Forschung ist es, Wechselwirkungen zwischen Nahrungsnetzen und dem Baumsterben zu erfassen. „Wir wollen verstehen, was mit den Nahrungsnetzen von Pflanzenfressenden- und räuberischen Insekten passiert, wenn Baumarten aussterben und wir neue hinzufügen“, so Klein. „Wie viele Baumarten braucht ein Wald? Und welche Merkmale müssen diese Baumarten besitzen, damit der Wald beispielsweise mit Klimaveränderungen zurechtkommt und die Nahrungsnetze nicht zusammenbrechen oder sich so stark verschieben, dass Ökosystemleistungen des Waldes negativ beeinflusst werden?“

Für MultiTroph arbeiten daher Forschende verschiedener Wissenschaften zusammen: Bodenwissenschaften, Botanik, Molekularbiologie, ökologische Netzwerke, Tierökologie und Naturschutz.

Das bringt die Forschung zur Waldbiodiversität

Im Laufe des Projekts soll der Totholzabbau in der chinesischen Waldfläche sowie die Auswirkungen von trophischen Interaktionen, der Baumvielfalt und der Bodenerosion auf die Stöchiometrie von Boden und Pflanzen analysiert werden. Die Nahrungsnetze zwischen Pflanzen, Pflanzenfressern und räuberischen Insekten werden schwerpunktmäßig erforscht. Ein Beispiel für die Verknüpfung verschiedener Nahrungsnetze ist die der Bienen und Blüten sowie Wespen und Beutetieren in Nisthilfen. Das Forschungsteam ist außerdem an den verschiedenen Stadien der Baumverjüngung im Zusammenhang mit den Trophiestufen interessiert.

„Wir sind überzeugt, dass unsere Forschungsgruppe die existierenden Waldbiodiversitätsforschungsdaten kritisch ergänzen und zu einem erweiterten Verständnis von multi-trophischen Nahrungsnetzen im Wald führen wird“, sagt Klein.

Quelle: Uni Freiburg