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Nahbegegnungen von Mensch und Wolf im nordöstlichen Niedersachsen

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz informiert über Vorkommnisse im Zusammenhang mit einem besenderten Wolf aus dem Munsteraner Rudel und über das dazu geplante Vorgehen der Landesregierung.

In der 6. Kalenderwoche gab es mehrfache Meldungen über einen Wolf, der sich Menschen auf eine kurze Distanz genähert hat. Die Rede war von bis zu zwei Meter. Aggressives Verhalten wurde dabei laut Meldung aller Berichterstatter nicht gezeigt. Gleichwohl ist das Verhalten als auffällig zu bewerten.
Auch am 15. Februar kam es zu einer weiteren Nahbegegnung. Bereits am 12. Februar hat das Umweltministerium einen Erlass an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geschickt, mit folgendem Inhalt:
(1.) Unverzüglich unter Einbindung des Wolfsbüros eine umfangreiche Recherche über die aktuellen Geschehnisse durchzuführen.
(2.) Vorhandene Spuren und Anwesenheitsnachweise zu sammeln und zu dokumentieren.
(3.) Für die Durchführung aktiver Maßnahmen zur Wiederherstellung der Fluchtdistanz zum Menschen eine Gruppe geeigneter Personen zu identifizieren und einzusetzen – Forstbedienstete, Veterinäre oder Wolfsberater.
(4.) Den Wolf per Funkpeilung aktiv aufzusuchen und entsprechende Maßnahmen durchzuführen.
Um die Maßnahmen durchzuführen, war das Wolfsbüro am Wochenende (13./14. Februar) vor Ort. Die unteren Naturschutzbehörden der betroffenen Landkreise waren ebenfalls informiert. Der Wolf konnte per Funkpeilung lokalisiert werden. Er bewegte sich nicht in der Ortschaft, sondern zunächst in der Nähe des Siedlungsbereiches und dann auf dem Truppenübungsplatz. Auch am 15. Februar konnte der Wolf auf dem Truppenübungsplatz per Peilung wieder lokalisiert werden. Eine Pressemitteilung mit den wesentlichen Inhalten und Abläufen wurde verschickt. Sie wurde auch an den Arbeitskreis Wolf und die Wolfsberater sowie die Landesjägerschaft verschickt.
Bei diesem Verhalten des Wolfes sind nach Auffassung von Minister Stefan Wenzel weitere Maßnahmen erforderlich. Alles Notwendige werde unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen vorbereitet. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf wurde unterrichtet und um Bewertung und fachliche Einschätzung gebeten. Auch ein Experte aus Schweden ist informiert.
Der Wolf sei, so Minister Stefan Wenzel, kein lästiges oder überflüssiges Tier, wie es manchmal in der öffentlichen Debatte zum Ausdruck kommt. Sondern er sei Teil des Ökosystems und durch europäisches und deutsches Recht geschützt. Insofern gelte es, sich den damit verbundenen Herausforderungen gemeinsam mit den Experten zu stellen.
Red./Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

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