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Holzernte ist aktuell nur auf unempfindlichen Böden möglich Foto: Christian Mühlhausen / Hessen-Forst

Nässe im Wald: Verzögerte Holzernte in Hessen

Die Wintermonate sind die Haupterntesaison für Eichen und Buchen. Doch der Frost lässt bisher auf sich warten. Viele Böden sind aktuell mit Wasser gesättigt und weich. Auf empfindlichen Standorten ist deshalb ein Holztransport nicht sinnvoll. „Um den Waldboden als wichtigste Produktionsgrundlage zu schützen, wird die Holzernte bei der aktuellen Witterung nur auf weniger empfindlichen Waldstandorten durchgeführt,“ so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, „Es darf nur auf vorgegebenen Maschinenwegen gefahren werden und eine bodenschonende Technik ist einzusetzen. Im Zweifel werden die Arbeiten eingestellt.“ Hessen-Forst erfüllt mit diesen Schutzmaßnahmen strenge Zertifizierungsstandards, allerdings verzögert sich damit die Holzbereitstellung und Belieferung der Holzkunden. Ein Gutes aber hat die feuchte, warme Witterung: Die Böden speichern jetzt viel Wasser, das im Frühjahr und Sommer von den dann wieder wachsenden Bäumen dringend benötigt wird.Im vergangenen Jahr wurden im Staatswald rund 1,96 Mio Fm Holz geerntet. Dies entspricht den waldbaulichen Planungen – die Menge liegt weiterhin deutlich unter dem jährlichen Holzzuwachs von ca. 2,16 Mio Fm. Mehr als die Hälfte des geernteten Holzes wurde an hessische holzverarbeitende Familien-Betriebe geliefert. Auch die konstant hohe Nachfrage nach Brennholz wurde befriedigt. Für das neue Jahr ist eine ähnlich hohe Holzerntemenge vorgesehen.Buchenwälder entwickeln sich ausgesprochen gutHessen ist das Buchen-Bundesland. Mit 250.000 ha Buchenwäldern über alle Waldbesitzarten liegt Hessen bundesweit an der Spitze: Etwa 30% der gesamten Waldfläche sind Buchenbestände. Hessen-Forst erntete im Staatwald im letzten Jahr 720.000 Fm Buchenholz – der entsprechende Zuwachs lag deutlich höher. Dieses Verhältnis entspricht dem langjährigen Trend. „Unsere Zahlen und die Fakten zeigen deutlich, dass von einer Gefährdung des hessischen Buchenwaldes nicht die Rede sein kann“, so Gerst. Ganz im Gegenteil: die Försterinnen und Förster gewinnen mit der Holzernte nicht nur den ökologischen Rohstoff Holz, sondern sie fördern hiermit auch die natürliche Verjüngung und pflegen den Buchen-Nachwuchs.

Hessen-Forst
Holzernte ist aktuell nur auf unempfindlichen Böden möglich Foto: Christian Mühlhausen / Hessen-Forst Anstieg der Buchenbestände im hessischen Staatswald in %. Foto: Hessen-Forst

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