Waldschutz

Nächster starker Borkenkäferbefall befürchtet

Bearbeitet von Carolin Föste

Im Klimawandel steigt nicht nur die Sorge der Forstleute beim Thema Waldbrand. Auch der Borkenkäfer bleibt ein präsentes Problem. Nach der anhaltenden Hitze in den Sommermonaten, bei weitestgehend ausbleibenden Niederschlägen, rechnen Forstleute nun mit einer dritten Generation des Forstschädlings.

So meldet der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS), dass in sächsischen Wäldern in den kommenden Wochen mit einer deutlichen Steigerung des Schädlingsvorkommens zu rechnen ist. Der Fichtenborkenkäfer sei immer noch durch heruntergefahrene Abwehrkräfte der Bäume begünstigt. Eine dritte Borkenkäfergeneration und damit verbundene Massenvermehrung sei in diesem Jahr nicht auszuschließen.

Schnelles Reaktionsvermögen von Borkenkäferpopulationen

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase für die weitere Entwicklung der Waldschäden in Sachsen. Nach allen uns vorliegenden Informationen sind die Schäden durch Borkenkäfer in diesem Jahr bislang wie schon im Vorjahr weiter zurückgegangen. Aktuell bewegen sie sich nur etwas oberhalb der Hälfte des Vorjahres im gleichen Zeitraum. Die Folgen der ausgeprägten Trockenheit und Hitze in den letzten Wochen können die Lage aber schnell verändern“, sagt Utz Hempfling, Landesforstpräsident und Geschäftsführer vom SBS.

Der Befall könnte demnach dieses Jahr noch weiter ansteigen. Bereits entstandene Waldschäden durch Dürre und die sogenannten Sekundärschädlinge haben den Wald in den letzten Jahren in Mitleidenschaft gezogen. „Seit 2017 sind in Sachsen auf über 33.000 ha Waldbäume abgestorben oder Kahlflächen entstanden.“ Nun zeigen die Waldklimastationen des SBS an, dass viele Waldböden durch zu lange Trockenheit ausgedörrt sind. Das Niederschlagsniveau sei unterdurchschnittlich und gleiche annähernd dem des Extremjahres 2018. Die Voraussetzungen seien für den Borkenkäfer optimal, sich noch einmal massenhaft zu vermehren.

Waldschäden durch den Klimawandel machen sich bemerkbar

Die Forstleute des SBS sind aber selbst ohne eine weitere Borkenkäfergeneration besorgt: Die Hitze habe auch unbefallene Waldbäume geschwächt, einige sogar absterben lassen.

Bislang seien die diesjährigen Schäden durch den Borkenkäfer noch überschaubar. Die Schadholzmenge sei wie in den letzten Jahren sogar leicht zurückgegangen. Da der Staatsbetrieb jedoch mit einem erneuten Anstieg des Schadholzes in den Beständen auf bis zu 600 m Höhe rechnet, wird Forstleuten und Waldbesitzenden empfohlen, ihre Wälder schon jetzt intensiv zu kontrollieren, befallene Bäume entsprechend zu fällen und aus dem Wald zu transportieren.

Quelle: SBS