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Prof. Dr. Gerd Hildebrandt verstorben

Prof. Dr. Gerd Hildebrandt, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Luftbildmessung und Fernerkundung an der Albert-Ludwigs Universität Freiburg, ist am 11. Dezember 2017 in seinem 95. Lebensjahr verstorben.

Beruflicher Werdegang

Prof. Hildebrandt wurde am 27.11.1923 in Leipzig geboren. Nach dem Studium der Forstwissenschaften an der Hochschule Tharandt, begann er seine wissenschaftliche Laufbahn 1950 am Institut für Forsteinrichtung an der Humboldt Universität in Eberswalde. 1953 baute er dort die Abteilung für Forstvermessung und Luftbildauswertung auf. 1957 musste er aus der DDR aufgrund politischer Verfolgung fliehen und setzte daher seine weitere wissenschaftliche Arbeit am Institut für Forsteinrichtung und Forstliche Betriebswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität bei Professor Karl Abetz fort. 1969 wurde er auf die Professur für Forstliche Luftbildmessung und Luftbildinterpretation, deren Namen 1980 in Luftbildmessung und Fernerkundung umbenannt wurde, an der Albert-Ludwigs-Universität berufen und leitete diese bis zu seiner Entpflichtung 1989.

Forschungstätigkeit

Er leistete herausragende Forschungsbeiträge zur Nutzung des Farbinfrarotbildes und zur Erstellung luftbildbasierter Höhenmodelle für forstliche Anwendungen. Des Weiteren etablierte er das europäische System zur luftbildbasierten Erfassung der neuartigen Waldschäden und war internationaler Vorreiter für die sich abzeichnende Entwicklung der Informationszusammenführung aus unterschiedlichen digitalen Geodatenquellen.

Die unglaubliche Summe seiner Veröffentlichungen und seine Forschungserfahrungen auf dem Gebiet der Fernerkundung, hat er im Ruhestand in einem letzten Buch „Fernerkundung und Luftbildmessung für Forstwirtschaft, Vegetationskartierung und Landschaftökologie“, herausgegeben vom Wichmann Verl. 1996, zusammengefasst.

Gremien und Auszeichnungen

Von 1970 bis 1972 war Prof. Dr. Gerd Hildebrandt Dekan der Forstwissenschaftlichen Fakultät und von 1974 bis 1978 gewähltes Mitglied im Senat der Universität. Des Weiteren war Hildebrandt jahrelang Schriftleiter der Freiburger Universitätsblätter und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Sichtbarkeit der Universitätsforschung nach innen und außen.

Als langjähriges Mitglied des Landesforstwirtschaftsrates Baden-Württemberg unterstütze er die Weiterentwicklung der praktischen Forstinventur- und -einrichtungsverfahren. Als Mitglied von Beratungsgremien der „Food and Agriculture Organisation“ FAO, der „European Space Agency“ ESA, der „European Commission“ und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ (heute Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ), setzte er auch Maßstäbe in der praktischen Anwendung auf internationaler Ebene. Schließlich führte er als Vorsitzender des Gründungskommitees des Forstlichen Forschungsinstituts in Eberswalde dieses, nach der Wiedervereinigung, mit großem Einsatz erfolgreich in die moderne Forschungslandschaft der BRD.

Hildebrandt erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, hervorgehoben werden soll hier seine Ernennung als „Honorary Member of the Society of American Foresters“. In seiner Person wurde damit erstmals eine Forscherpersönlichkeit außerhalb der USA geehrt.

Mit Professor Dr. Gerd Hildebrandt verlieren wir eine außerordentliche Forscherpersönlichkeit, die das Forschungsgebiet der Forstlichen Fernerkundung nachhaltig geprägt hat. Die Albert Ludwigs-Universität, die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Professur für Fernerkundung und Landschaftsinformationssysteme werden ihm stets ein ehrenvolles Gedenken bewahren.

Prof. Dr. Barbara Koch, Fernerkundung und Landschaftsinformationssysteme, Albert-Ludwigs Universität Freiburg

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