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Nachruf: Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg ist tot

Nachruf: Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg ist tot

Am 6. Juni starb im Alter von 83 Jahren Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg.

Er wurde am 19. Juni 1933 auf Schloss Waldenburg als ältestes von fünf Kindern geboren. Seine Kindheit verlebte er in Waldenburg, bis in den letzten Kriegstagen die Stadt zerstört wurde und das Schloss vollständig ausbrannte.

Der Wald war seine Passion. Von 1953 bis 1960 studierte der junge Fürst in Freiburg und München Forstwirtschaft, absolvierte sein Referendariat und legte das Staatsexamen ab. Anschließend widmete er sich dem eigenen Wald, der seit vielen Generationen in der Hand der Familie Hohenlohe-Waldenburg ist.

In den 1960er Jahren forcierte Fürst Hohenlohe gemeinsam mit seinem Vater den Wiederaufbau des ausgebrannten Schlosses und stellte damit das aus der Hohenloher Ebene von weitem sichtbare Wahrzeichen der Stadt Waldenburg wieder her.

Gemeinsam mit seinem Bruder, Diplomingenieur Prinz Hubert Hohenlohe, gründete der Forstmann 1967 die Firma HSM Hohenloher Spezial-Maschinenbau. Zunächst übernahmen die Brüder die Vertretung für die knickrahmengelenkten Seilschlepper der Firma Timberjack aus Kanada. Sie erkannten damit die Zeichen der Zeit: Die Forstspezialschlepper waren der zweite große Rationalisierungsschritt in der deutschen Forstwirtschaft nach dem Krieg seit Einführung der Einmann-Motorsäge. Bis zum Ende der Zusammenarbeit mit der Firma Timberjack im Jahr 1986 hat HSM mehr als 300 Schlepper verkauft.

Schon 1978 beschlossen die Brüder Hohenlohe, parallel zum Vertrieb der Timberjack-Forstmaschinen eigene Forstspezialschlepper zu entwickeln, die ganz auf den deutschen Markt zugeschnitten waren. Ein Verkaufserfolg wurde der Typ 704, der die Timberjack-Produktpalette nach unten ergänzte. Von ihm wurden über 200 Einheiten verkauft. Seit Mitte der 1980er Jahre entwickelte HSM auch Forstspezialschlepper, die in der Leistungsklasse über dem Typ 704 angesiedelt sind. Insgesamt sind bis heute weit mehr als 1 500 HSM-Schlepper gebaut worden.

Ein weiteres erfolgreiches HSM-Produkt waren die mobilen Entrindungsmaschinen, deren erste 1970 auf der Interforst in München vorgestellt wurde. Bis Anfang der 1980er Jahre, als die Werksentrindung zum Standard wurde, verkauften die Brüder etwa 40 Anlagen.

In Zusammenarbeit mit seinem Bruder, der das technische Know-how mitbrachte, trieb Fürst Hohenlohe bei HSM innovative technische Entwicklungen voran. Dank seiner Weitsichtigkeit und Ausdauer entstand aus dem kleinen Betrieb mit wenigen Mitarbeitern in Nebengebäuden des Schlosses Waldenburg ein international tätiges Unternehmen, das seinen Sitz heute im benachbarten Neu-Kupfer hat und seit 1996 von seinem Neffen, Prinz Felix Hohenlohe geführt wird. Mit dessen Eintritt zog sich der Seniorchef aus dem operativen Geschäft zurück, er blieb HSM jedoch immer verbunden und war insbesondere auf Fachmessen noch viele Jahre präsent.

Neben seinem Einsatz für HSM hatte der engagierte Forstmann noch zahlreiche Ehrenämter in der Forstwirtschaft inne. Unter anderem war er lange Jahre Vorsitzender des Messebeirats der Interforst, aktives Mitglied der Forstkammer Baden-Württemberg und war in Grund- und Waldbesitzerverbänden tätig.

Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg war ein vielseitig begabter Mann. Neben seiner Leidenschaft für den Forst zeigte sich schon in jugendlichem Alter seine Liebe zur Malerei. Bei seinem Onkel erhielt er 1948 bis 1953 eine künstlerische Ausbildung. Sein Leben lang war er in seiner Freizeit als Maler tätig. Mit großem historischen Wissen veröffentlichte er zudem zahlreiche Werke zu familien- und landesgeschichtlichen Themen.

HSM

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