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Nachruf auf Forstmeister Werner Pilch

Forstmeister (Fm.) Werner Pilch wurde am 4. Juli 1939 in Bielitz, ehemals Oberschlesien, am Fuße der Beskiden, geboren. Er absolvierte die Forstlehre im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb (StFB) Rathenow und war dann ein Jahr Waldarbeiter. Damit begann er eine persönliche Entwicklung zum Forstmann, der „von der Pike auf gedient hat“. Auf der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Potsdam schloss er das Abitur mit guten Noten ab. 1963 hatte er das Verdienst, die Forstwirtschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin als Diplom-Forstingenieur mit der Note „gut“ zu verlassen. Danach absolvierte er die Betriebsassistentenzeit im StFB Belzig, um danach als Referent für Ökonomie in der VVB Potsdam mit 26 Jahren der jüngste Forstmeister der DDR zu werden.

Nach Auflösung der VVB wurde er von 1975 bis 1987 Leiter der Oberförsterei Beeskow-Neubrück, zu der auch das berühmte Waldrevier Sauen von Geheimrat Professor August Bier gehörte. Dann wechselte Fm. Pilch aus familiären Gründen in den StFB Stendal und wurde ökonomischer Fachdirektor. Mit dessen Auflösung wurde er 1991 Amtsleiter des StFB Stendal bis zum Dezember 1996. Mit der Neustrukturierung der Forstämter in der Altmark wurde er 1997 stellvertretender Forstamtsleiter und ging 2004 nach 50 Dienstjahren in den Ruhestand.

Forstmeister Werner Pilch hatte das Glück, im Studium die für Nordostdeutschland wichtige „Eberswalder Schule“ kennenzulernen. Diese durch standortsgerechtes Arbeiten in enger Verbindung von Praxis und Wissenschaft gekennzeichnete Schule bestimmte zusammen mit seiner ökonomischen Tätigkeit und der Erfahrung aus der Leitung der Oberförstereien sowie als Jäger sein Handeln. Da er im Revier Sauen auch die Vielfalt des Waldbaus kennenlernte, konnte er aus alter Erfahrung nach der „Wende“ 1990 trendentgegengesetzt und ideologiefrei alle Betriebsformen im Sinne einer ordnungsgemäßen Forstwirtschaft anwenden. Einen zwanghaften, politisch erwünschten Nadelholzumbau auf unzureichenden Standorten vertrat er nicht.

Es ist das Verdienst des passionierten Forstmeisters Pilch, mit korrekter Arbeit der Nachwelt stabile produktive Wälder hinterlassen zu haben. Auch als stellvertretender Amtsleiter zeichnete er sich als besonders korrekter, loyaler Forstmann aus, der entscheidend zu den Erfolgen des Forstamtes beitrug.

Nach schwerer Krankheit ging Werner Pilch am 15. Februar 2018 von uns.

Ottomar Greger

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