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Nachhaltigkeitsbericht für 2014 von Hessen-Forst

Nachhaltigkeitsbericht für 2014 von Hessen-Forst

Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat am 11. August den Nachhaltigkeitsbericht 2014 des Landesbetriebes Hessen-Forst vorgestellt. Im Vordergrund der Veranstaltung im Forstamt Herborn standen der Naturschutz und der Erhalt der Biodiversität, die Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung sowie die Ernte des nachwachsenden Rohstoffes Holz.
„Die Interessen am Wald sind so vielfältig wie unsere Gesellschaft“, sagte Ministerin Hinz während der Veranstaltung. In der Tat ist der Wald ein Multitalent: Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere, Luft- und Wasserfilter, Landschaftsbild, Holzlieferant, Arbeitsplatz, Raum für Naherholung und Sport. Der Landeswald erfüllt viele Funktionen gleichzeitig – und das dauerhaft. „Eine der wichtigsten Aufgaben unserer Wälder ist es zum Erhalt der biologischen Artenvielfalt beizutragen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, ist der Wald als Garant für eine hohe Qualität des Grundwassers, der Luft und des Bodens von unschätzbarer Bedeutung. Um dies auch in Zukunft sicher zu stellen, werden wir dem Schutz des Waldes mehr Beachtung schenken. Dazu zählt eine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung genauso wie die Ausweitung von Kernzonen, in denen der Wald sich weitgehend selbst überlassen bleibt“, so Ministerin Hinz.
Dem Landesbetrieb ist die gesellschaftliche Bedeutung des Waldes, der weit über die rein wirtschaftliche Betrachtungsweise hinausgeht, bewusst. Daher war es ein konsequenter Schritt der Landesregierung den hessischen Staatswald sukzessive auf eine FSC-Zertifizierung umzustellen.
Neuer Wald für Enkel und Urenkel
Im Jahr 2014 hat Hessen-Forst auf rund 800 ha insgesamt 1,7 Mio. junge Bäume gepflanzt. Ein Vielfaches davon hat sich auf natürliche Weise verjüngt. Diese Teamarbeit mit der Natur konnten die Forstleute durch gezielte Waldpflege fördern: „Im Wald ist das Licht oft entscheidend im Konkurrenzkampf der Bäume. Deshalb steuern wir gezielt Licht und Schatten, damit der Wald vielfältig, stabil und gesund bleibt“, beschrieb Michael Gerst, der Leiter von Hessen-Forst, das Vorgehen der Förster. „Durch die gezielte Steuerung des Lichtes ermöglichen wir, dass junge Bäume besser keimen können, dass sich gesunde Baumkronen entfalten und die Artenvielfalt erhöht.“
Bundeswaldinventur gibt grünes Licht für Holzernte
Die 2014 vom Thünen-Institut für Waldökosysteme veröffentlichten Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur sind überraschend: Der Holzvorrat im hessischen Staatswald hat im Zeitraum von 2002 bis 2012 um 6,7 Mio. m³ zugenommen. Gleichzeitig konnten jährlich etwa 2 Mio. m³ Holz geerntet werden.
Im Jahr 2014 lag der Schwerpunkt der Holzernte im Bereich der jungen bis mittelalten Wälder: Etwa 60 % der Gesamtmenge von 1,97 Mio. m³ stammten aus diesen Beständen. „Wir haben auf einer Fläche von etwa 34.000 ha gezielt Bäume aus den jungen und mittelalten Bestände entnommen“, so der Leiter der Landesbtriebsleitung Hessen-Forst. Mit diesen Maßnahmen werde ein stabiler und vielfältiger Wald für die Zukunft gesichert.
Gesellschaft und Natur profitieren
Aufgrund der guten Entwicklung der Holzpreise im Jahr 2014 konnte bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes ein Überschuss von etwa 20 Mio. € erzielt werden. Die erwirtschafteten Finanzmittel setzte der Landesbetrieb für zahlreiche zusätzliche Leistungen ein, von denen sowohl die Bürger als auch die Natur profitieren.
Ministerin Hinz hob die 3,5 Mio. € hervor, die Hessen-Forst in den Arten- und Biotopschutz investierte. Beispielhaft in diesem Zusammenhang seien die Artenschutzmaßnahmen für den Schwarzstorch und die Maßnahmen zur Förderung seltener Insekten- und Amphibien-Arten.
Über 5 Mio. € hat der Landesbetrieb Hessen-Forst in die Pflege der 12.000 km Waldwege investiert. Diese Lebensadern für die Waldbewirtschaftung stehen kostenfrei auch für die Erholung und den Sport zur Verfügung.
Die Wildparke mit ihren 450.000 Besuchern profitierten von den guten Ergebnissen ebenso wie die Teilnehmer der waldpädagogischen Angebote von Hessen-Forst: Insgesamt haben an diesen Veranstaltungen im vergangenen Jahr 186.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene teilgenommen.
Attraktiver Arbeitgeber
Bei Hessen-Forst schlossen im vergangenen Jahr 63 junge Menschen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Das gemeinsam mit der Personalvertretung erarbeitete Personalentwicklungskonzept bietet jungen Menschen absehbar verlässliche Einstellungsmöglichkeiten und konkrete Chancen für eine Zukunft in der forstlichen Berufswelt. „Wir sind nicht nur deshalb ein attraktiver Arbeitgeber. Das Zertifikat berufundfamilie bestätigt seit 2014 unsere Bereitschaft, Beruf und Privatleben erfolgreich zu verbinden“, so Michael Gerst.
Der Nachhaltigkeitsbericht kann auf der Internetseite von Hessen-Forst abgerufen werden.
MUKLV Hessen/Red.

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