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Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist für Brandenburg Selbstverständlichkeit

Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist für Brandenburg Selbstverständlichkeit

„Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist in Brandenburg, wo auf 37 Prozent der Fläche Wald steht, einerseits eine Selbstverständlichkeit, andererseits aber auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“, sagte Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger am 13. September in Potsdam. In der Waldschule im Wildpark konnte der Minister stellvertretend für viele Waldbesitzer in Brandenburg zum vierten Mal in Folge das begehrte PEFC-Zertifikat für nachhaltig bewirtschaftete Wälder entgegen nehmen.
Die Abkürzung PEFC steht für ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“ und ist die weltweit größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Wald mit dem PEFC-Siegel muss nachweislich ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig bewirtschaftet werden.
Zum ersten Mal wurde den brandenburgischen Wäldern im Mai 2001 bestätigt, dass sie den Kriterien des PEFC-Systems entsprechen. Um eine Antragstellung zur Zertifizierung überhaupt zu ermöglichen, wurde damals eine Regionale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich lediglich aus den Vertretern der verschiedenen Waldbesitzarten und des Verbandes der Säge- und Holzindustrie zusammensetzte. Heute engagieren sich auch viele andere am Wald und seiner Bewirtschaftung interessierte Organisationen in der Regionalen Arbeitsgruppe PEFC.
Aktuell sind 30 % des brandenburgischen Waldes nach PEFC zertifiziert, das entspricht einer Fläche von rund 323.500 ha. Neben dem komplett zertifizierten Landes- und Bundeswald unterwerfen sich auch Kommunal- und Privatwaldbesitzer den strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Eine Überprüfung durch unabhängige Gutachter gibt Kunden und Marktpartnern die Gewähr, dass die Wälder nach hohen Standards bewirtschaftet werden.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung folgt unter anderem diesen Grundsätzen:
•  Es wird nicht mehr Holz geschlagen als nachwächst.
•  Wo Bäume gefällt wurden, wird auch wieder aufgeforstet.
•  Der Wald bleibt ein sicherer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
•  Die Artenvielfalt im Wald bleibt erhalten.
•  Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald behält seine Funktion als natürlicher Schutz von Gewässern, Böden und Klima.
•  Die legale Herkunft des Rohstoffs Holz ist garantiert.
•  Bei allen Waldarbeiten werden die hohen Standards der Arbeitssicherheit eingehalten.
•  Die Arbeitnehmerrechte werden gewahrt.
•  Die Rechte der Menschen, die vom Wald leben und/oder von ihm abhängen wie etwa Waldbauern werden gesichert.
Neben rechtlichen Rahmenbedingungen sollen insbesondere die Bereitschaft der Waldbesitzer, mit ihrem Eigentum verantwortungsbewusst umzugehen, die forstwirtschaftlichen Förderprogramme, die Beratung und Betreuung durch die Brandenburgische Landesforstverwaltung sowie die Aktivitäten forstlicher Dienstleister sicherstellen, dass in Brandenburg auf der gesamten Waldfläche grundsätzlich eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf hohem Niveau betrieben wird.
Regionale PEFC-Arbeitsgruppe
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe ist ein eingetragener Verein. In Brandenburg wird der Vorsitz durch einen Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst wahrgenommen, sein Dienstsitz ist gleichzeitig Sitz der Geschäftsstelle.
Hauptaufgabe der Regionalen PEFC-Arbeitsgruppe ist die Erarbeitung des Regionalen Waldberichts, die Entwicklung eines Handlungsprogramms mit Zielen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten sowie die Erarbeitung und Umsetzung der Regelungen zur Systemstabilität.
Die Regionale PEFC-Arbeitsgruppe hat die DQS CFS GmbH Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit mit der Begutachtung der Wälder in Brandenburg beauftragt. Die Gutachter kontrollieren dabei auch die Einhaltung der Standards durch die teilnehmenden Waldbesitzer in jährlich stattfindenden Vor-Ort-Audits. Auf dieser Grundlage wird nach positiver Prüfung durch die DQS CFS GmbH das Zertifikat vergeben.
Gegenwärtig sind in Brandenburg 39 Forstbetriebe und forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse zum Tragen des PEFC-Siegels berechtigt.
 

Zum PEFC Auditbericht Region Brandenburg 2016

 
MLUL Brandenburg

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