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Nachfrageboom bei fair gehandelten Weihnachtsbäumen

Nachfrageboom bei fair gehandelten Weihnachtsbäumen

Nordmanntannen sind die dominierenden Weihnachtsbäume in Deutschland. In vier von fünf Haushalten ist der robuste Baum mit den weichen, sattgrünen Nadeln zu finden. Seit 2012 gibt sie bei uns auch aus fairem Handel. In ihrem Ursprungsland Georgien unterstützt die Fair Trees Stiftung die Zapfenpflücker.

Gemessen an der Gesamtmenge von 25 Mio. Weihnachtsbäumen, die laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger jährlich in der Bundesrepublik ihre Käufer finden, scheint der Anteil an fair gehandelten Bäumen noch gering. Aber der Boom ist gewaltig. Fair Trees, der einzige Anbieter von fair gehandelten Nordmanntannen, hat jedes Jahr Zuwachsraten von 30 % erreicht. Im vergangenen Jahr wurden erstmals 100.000 Stück fair gehandelter Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. Mittlerweise gibt es sie an 132 Verkaufsstellen überall von der Ostsee bis ins Allgäu und bei zwei Online-Händlern (http://fairtrees.de).
Der Nachfrageboom nach fair gehandelten Produkten setzt sich in diesem Jahr ungebremst fort. Deutschland liegt weltweit an Platz zwei beim Umsatz mit fair gehandelten Produkten. Mit 827 Mio. € im Jahr 2014 konnte die Bundesrepublik eine Steigerung um 26 % verzeichnen. Den Spitzenplatz belegt seit vielen Jahren Großbritannien, das bereits 2013 die 2-Milliarden-Umsatzmarke hinter sich gelassen hat. Im deutschsprachigen Raum zeichnet Markus Schauer aus Oberhaching bei München für Fair Trees verantwortlich.
 
Gegründet wurde Fair Trees von der dänischen Samenhändlerin Marianne Bols. Die Bäume aus den georgischen Samen wachsen auf Plantagen in Deutschland oder Dänemark. Für jeden verkauften Baum geht eine Spende von 67 Cent nach Georgien. Davon werden die Zapfenpflücker mit Sicherheitsausrüstungen ausgestattet und intensiv geschult. Sie erhalten das Doppelte des üblichen Lohns und es wurden für sie Versicherungen abgeschlossen. Die Kinder im Ort werden regelmäßig medizinisch untersucht. Die Grundschule in Tlugi wurde renoviert und mit Unterrichtsmaterial ausgestattet. Für sechs begabte junge Leute stiftete Fair Trees Universitätsstipendien. Die Marke Fair Seeds, für den Samenhandel zuständig, ist von der globalen Dachorganisation, der World Fair Trade Organization (WFTO) anerkannt.
 
Aus Fair Seeds entstehen Fair Trees
 
„Vergangenes Jahr konnten wir rund 70.000 € Spendengelder für die Fair Trees Stiftung zusammenbringen. Unser neuestes Projekt, eine Zahnklinik für die Region Ambrolauri, soll noch diesen Monat ihre Arbeit aufnehmen“, berichtet Schauer. In einem armen Land wie Georgien mit einem durchschnittlichen Jahresverdienst von rund 2.200 € bedeutet das eine Menge. „Mit jedem Fair-Trees-Baum leisten wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der georgischen Zapfenpflücker“, sagt Schauer. „Wir übernehmen als Produzent und Händler eine soziale Mitverantwortung für unsere Produkte. Darauf können wir stolz sein. Ich bin überzeugt, dass ein Fair Tree eine hervorragende Investition in einen sozialen und moralischen Mehrwert darstellt.“ Die Preise für Weihnachtsbäume bewegen sich nach Einschätzung des Verbandes der Weihnachtsbaumerzeuger auf Vorjahresniveau. Der Vorsitzende Bernd Oelkers schätzt, dass „die Preise weitgehend stabil“ bleiben.
 
Für Nordmanntannen können die Verbraucher nach Auskunft von Oelkers, wie im Vorjahr, mit Preisen von 20,- bis 23,- € pro Meter rechnen. Fair Trees liegen damit genau in der üblichen Preisbandbreite.

Hintergrund

Die dänische Baumproduzentin Marianne Bols hat 2007 den Fair Tree Fund gegründet, um die Arbeitsbedingungen der georgischen Zapfenpflücker zu verbessern. Die Marke Fair Trees ist von der dänischen Fair Trade Organisation anerkannt. Fair Seeds ist Mitglied der globalen Dachorganisation World Fair Trade Organization (WFTO). Fair Trees entstehen aus Fair Seeds. Die Markus Schauer GmbH hat die Verbreitung dieser Idee im deutschsprachigen Raum übernommen. Informationen dazu erhalten Sie hier.
Fair Trees Informationszentrum Deutschland

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