Holzverkauf und Holzpreise

Nachfrage nach Holz aus Bayern steigt wieder

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Bayerischen Staatsforsten verzeichnen nach der schwersten Holzmarktkrise der letzten 30 Jahre eine Konsolidierung des Holzmarktes, eine steigende Nachfrage und einen spürbaren Anstieg des Nadelholzpreises. Die Markterholung hat drei Gründe.

„Nach der schweren Holzmarktkrise und historisch niedrigen Holzpreisen in den vergangenen Jahren blicken die Bayerischen Staatsforsten optimistisch in die Zukunft. Der Markt entwickelt sich positiv, die Preise steigen“, so Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Die Gründe für diese Entwicklung sieht Neumeyer hauptsächlich in drei aktuellen Entwicklungen:

Holznachfrage geht steil nach oben

„Es gibt eine ungebrochene Nachfrage nach Holz und Holzprodukten – sowohl regional als auch international“, erläutert Neumeyer. „Die Baubranche boomt in allen Bereichen. Dadurch entsteht eine verstärkte Nachfrage im Inland und im Export, die sich positiv auf die Preise auswirkt. Nach dem kräftigen Preisanstieg bei Schnittholz und Holzprodukten im letzten Jahr ziehen jetzt auch die Preise für den Rohstoff, also die Baumabschnitte, an“, so Neumeyer weiter.

Nasslager leeren sich

Deutlich wird die starke Holznachfrage bei den sinkenden Lagerbeständen der Staatsforsten: Die Nasslager, in denen das Schadholz der letzten Jahre aus Waldschutzgründen zwischengelagert wurde, leeren sich schnell. Insgesamt wurden bereits über 200.000 von rund 310.000 Festmetern in Sägewerke gefahren. Wenn man die Höchststände des Hitzesommers 2020 vergleicht, beträgt der Abbau der in Nass- und Trockenlager eingelagerten Hölzer der Bayerischen Staatsforsten zum Stand Ende Februar sogar 75 %.

In einer Reihe von Regionen Bayerns könnte bei gleichbleibender Entwicklung das Frischholz bald knapp werden. Die Waldbesitzer können nach der Krise auf dem Holzmarkt wieder optimistisch in die Zukunft schauen, ist sich Neumeyer sicher: „Wir rechnen im Verlauf des Jahres 2021 mit weiter steigenden Preisen.“

Neue Bayerische Bauordnung fördert Holzbau

Unterstützt werde die positive Marktentwicklung durch die neue Bayerische Bauordnung, die seit 1. Februar in Kraft ist. „Zusammengefasst erleichtern die Änderungen der Bayerischen Bauordnung das Bauen mit Holz nun auch in den Gebäudeklassen 4 und 5, also auch im mehrgeschossigen Bau. Der Baustoff Holz kann somit künftig in allen Gebäudeklassen zum Einsatz kommen“, so der Staatsforstenchef. Besonders bei der Nachverdichtung in Städten und beim Wohnungsbau werde sich das positiv auswirken.

Steigende Bedeutung der CO2-Reduktion

Auch das gesteigerte Umweltbewusstsein der Bevölkerung verstärke die Nachfrage nach Holzprodukten. Da Holz große Mengen CO2 speichere, sei die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs ein wichtiger Baustein zur CO2-Reduzierung und Erreichung der deutschen CO2-Reduktionsziele.

Schadholzmengen rückläufig

Die aktuellen Schadholzmengen sind gegenüber den letzten beiden Jahren deutlich rückläufig, die Staatsforsten haben das Käferholz des letzten Jahres aufgearbeitet: „Wenn jetzt das Wetter im Jahr 2021 mitspielt und die Wirtschaftslage weiter positiv bleibt, können die Waldbesitzer mit weiter steigenden Preisen in diesem Jahr rechnen“, ist sich Neumeyer sicher.

Im wichtigsten Sortiment, dem Fichtenstammholz, gibt es eine positive Nachfrage und Preisentwicklung. Auch bei der Kiefer ziehen in Folge der positiven Entwicklung bei Fichte die Nachfrage und der Preis an. Bei Laub-Stammholz gibt es eine stabile Seitwärtsbewegung. Bei Industrieholz (Nadel- und Laubholz) ist die negative Entwicklung des letzten Jahres gestoppt und eine vorsichtige Erholung bei Nachfrage und Preis festzustellen.

Quelle: BaySF