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Nach dem Sturm sehen sich Forstbaumschulen in der Pflicht

Der Verband Deutscher Forstbaumschulen (VDF) steht nach den Orkanen an der Seite der Waldbesitzer. Seine Mitgliedsunternehmen versuchen nach Kräften mit Pflanzgut zu helfen.

Bei der Bewältigung des Orkans Kyrill 2007 probten die Forstbaumschulen eine intensive Kommunikation und Koordination, weil natürlich nie genug forstliche Jungpflanzen sofort parat stehen können. Über die ersten 4 bis 8 Jahre wurde partnerschaftlich erreicht, dass mit Ruhe und Weitblick dafür gesorgt wurde, vorhandenes Pflanzgut zu nutzen, und Fehlendes gezielt binnen 2 bis 6 Jahre anzulegen.

Dazu der Sprecher und Geschäftsführer des VDF, Alain Paul: „Wie damals stehen wir selbstverständlich an der Seite des Waldes und der Waldbesitzer und versuchen nach Kräften zu helfen. Aber ein wesentlicher Unterschied zu Aufarbeitungen nach Wiebke und Kyrill zeichnet sich auch aufgrund der Klimaereignisse der letzten zwei Jahre ab: Wir alle erinnern uns an die Ereignisse Trockenheit, Spätfröste der letzten Jahre und die anhaltende Nässe im Norden Deutschlands seit über fünf Monaten. Die Apfelernte 2017 fiel fast ganz aus, Mais steht heute noch ungeerntet auf den tief nassen Feldern.“

Durch ausbleibende Blüten und Mastjahre (Jahre reicher Fruchtbildung), durch Spätfröste, weniger Bestäubung, durch geringe Auflauferfolge in den Saatbeeten sind manche Sortimente forstlicher Jungpflanzen per heute teilweise knapp.

Die deutschen Forstbaumschulen sehen sich in der Pflicht, ihr Bestes zu tun und den Markt möglichst gut zu versorgen. Eine Säule der Bewältigung der Sturmschäden ist die Kommunikation, denn damit kann man besondere Herausforderungen wenigstens in den negativen Auswirkungen dämpfen.

Der VDF gibt folgende neutrale aber nach Ansicht seiner Experten elementare Ratschläge, auch auf der Basis der Erfahrung nach Kyrill in ganz Deutschland:

  • Nehmen Sie zu Ihren angestammten Forstbaumschulen und Versorgern Ihres Vertrauens Kontakt auf. Planen Sie und stimmen Sie sich ab über potenzielle Sortimente und Zeiträume. Manche Sortimente sind bereits vor dem Orkan knapp, weil eben 2 bis 3 Jahre Saatgutmangel herrschte.
  • Achten Sie beim Pflanzenkauf auf Zuverlässigkeit des Lieferanten. Keinen „fliegenden“ Händler nutzen – auch müssen Ihre Lieferanten über eine gültige Zulassung/Registrierung bei BLE verfügen.
  • Gehen Sie den Weg der Biodiversität, mischen Sie Baumarten, wenn es waldbaulich geht, denn damit stärken wir in anerkannter Weise die Gesundheit und Stabilität der Bestände und es senkt den Druck auf einzelne Sortimente.

VDF-Geschäftsführer Alain Paul: „Wir Forstbaumschulen haben einen gesetzlichen Auftrag, sicheres und qualitativ hochwertiges Saatgut zu verwenden, und sehen darin eine Verpflichtung aber auch die Chance für eine hervorragende Versorgung und die Zukunft des Waldes.“

Anlässlich der Waldbesitzerempfänge und des Messebesuchs auf dem Stand des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) während der Internationalen Grünen Woche in Berlin wurde vom VDF-Vorstand eine Kommunikationsinitiative beschlossen. Auskünfte und konkrete Fragen zu Sortimenten geben die regionalen Forstpflanzenlieferanten. Hilfestellungen erhalten Waldbesitzer im Notfall jederzeit über die Geschäftsstelle des Verbandes.

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Red./Quelle: VDF

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