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Forstunternehmer Thomas Wollborn arbeitet mit seinem Ponsse Scorpion King einen Sturmwurf im Niedersächsischen Forstamt Münden auf

Nach dem Sturm

Der Orkan Friederike hat in Deutschland rund 9 Mio. Fm Sturmholz hinterlassen. Weil die Holzernte im Windbruch extrem gefährlich ist, fordert die landwirtschaftliche Sozialversicherung (SVLFG) die Waldbesitzer dazu auf, die Schäden durch Profis aufarbeiten zu lassen. Wir haben zusammen mit der SVLFG und der AfL Niedersachsen das niedersächsische Forstunternehmen Wollborn im Forstamt Münden besucht.

Christian Lüschow hat seit dem Orkan Friederike nur noch ein Thema. Der Mann, der bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt für die Unfallvorsorge zuständig ist, weiß, was 1,5 Mio. Fm Sturmholz in Niedersachsen und 9 Mio. Fm in ganz Deutschland bedeuten können. „Bei Lothar gab es 1999 bundesweit 27 Tote und 2007 bei Kyrill 13“, erinnert er sich. Und auch im jungen Jahr 2018 ereigneten sich bei der Sturmholzaufarbeitung in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt schon zwei tödliche Unfälle.

Darum ziehen Lüschow und seine Kollegen gerade alle Register, um über die Gefahren im Windbruch zu informieren. Seit dem Sturm haben sie Waldbesitzerverbände und Forstbetriebsgemeinschaften beraten, aber auch die Forstunternehmerverbände und ihre staatlichen Auftraggeber. In den Hauptschadgebieten in Südniedersachen und im Harz gab es zudem viele Vor-Ort-Termine mit den Regionalmedien, um für das Thema zu sensibilisieren. Einer dieser Termine fand zusammen mit Dr. Maurice Strunk von der AfL Niedersachsen am 31. Januar im Revier Oberode statt – im Niedersächsischen Forstamt Münden, wo Forstunternehmer Thomas Wollborn Sturmschäden beseitigt.

Forstunternehmer Thomas Wollborn arbeitet mit seinem Ponsse Scorpion King einen Sturmwurf im Niedersächsischen Forstamt Münden auf

Holz unter Spannung

Ansprechen will Lüschow bei solchen Veranstaltungen allerdings nicht das jeweilige Unternehmen, sondern über die Medien in erster Linie die Privatwaldbesitzer. Die sind erfahrungsgemäß besonders gefährdet, weil sie oft gar nicht wissen, welchen Gefahren sie sich in einem Windwurf-Verhau aussetzen. Besonders das Abstocken ist gefährlich, weil sich die Spannungen im Holz schlagartig entladen können und ungesicherte Wurzelteller leicht in ihre Ausgangslage zurückschlagen. Nicht zuletzt wissen die Waldbesitzer nicht immer, wie sie nach einem Unfall schnelle Hilfe herbeirufen können.

Ein Problem sind in diesem Zusammenhang auch die privaten Brennholz-Selbstwerber, die in der Regel einen Motorsägenschein für liegendes Holz besitzen. „Die rufen jetzt bei den Waldbesitzern an und glauben, dass sie damit in den Sturmflächen arbeiten können – und das womöglich auch noch allein.“ Lüschow fordert aus diesen Gründen alle privaten Waldbesitzer dazu auf, die Schadholzaufarbeitung ausschließlich in die Hände von Profis zu geben. Die haben nicht nur ausreichende Erfahrung, sondern auch die nötigen Maschinen.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Forst & Technik 3/2018.

Oliver Gabriel
Forstunternehmer Thomas Wollborn arbeitet mit seinem Ponsse Scorpion King einen Sturmwurf im Niedersächsischen Forstamt Münden auf

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