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NABU verurteilt illegalen Wolfsabschuss in der Lausitz

Unweit der Stadt Niesky wurde am 4. Mai 2011 eine tote Wölfin aufgefunden. Wie das Umweltministerium Sachsen mitteilte, gibt es nach Untersuchungen durch das Berliner Leibniz-Institut keinen Zweifel daran, dass das Tier erschossen wurde.

Der NABU fordert eine lückenlose Aufklärung der Straftat. „Wir teilen die Bestürzung des sächsischen Umweltministers Kupfer über den Abschuss der Wölfin“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Es ist enttäuschend, dass nach über zehn Jahren der Erfolge im Wolfsmanagement in der Lausitz Wölfen immer noch mit Todesgewalt begegnet wird. Und es ist höchst besorgniserregend, dass der illegale Abschuss einer Wölfin aus dem Jahr 2009 bis heute nicht aufgeklärt wurde.“

Seit sich der erste Wolf in Sachsen niedergelassen hat, ist es zu keiner Situation gekommen, bei der sich ein Wolf auch nur andeutungsweise aggressiv einem Menschen genähert hat. Auch konnten keine dramatischen Einbrüche der Wildbestände vermeldet werden. Von den geschätzten 15000 Schafen im Wolfsgebiet sind im Jahr 2010 nur 16 von Wölfen gefressen worden. Objektiv kann man die Nachbarschaft von Wolf und Mensch in die Lausitz gegenwärtig nur als erfolgreich bezeichnen, so der Wolfsexperte des NABU Markus Bathen.

Die Forderung des Sächsischen Jagdverbandes, den Wolf ins Jagdgesetz aufzunehmen, liegt derzeit auf dem Tisch des Umweltministeriums. Als Begründung wurde die Hoffnung auf eine bessere Einbindung der Jäger in das Wolfsmanagement und damit eine Verbesserung des Wolfsschutzes in Sachsen angegeben.

NABU

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