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NABU-Umfrage: Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur Rückkehr der Wölfe

NABU-Umfrage: Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur Rückkehr der Wölfe

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat eine repräsentative Bevölkerungsumfrage zur Rückkehr der Wölfe in Deutschland durchführen lassen.
80 % der Befragten sind lt. Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa der Meinung, dass Wölfe ebenso in unsere Landschaften gehören wie Rehe oder Füchse. 78 % sind der Überzeugung, dass Wölfe auch in Deutschland leben sollten, selbst wenn es teilweise zu Problemen kommt. Lediglich für 11 % der Befragten stellt die Rückkehr des Wolfes eine Bedrohung dar, 85 % hingegen sehen dies nicht.
Die Befragung wurde im Auftrag des NABU von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt. Hierzu wurden im Zeitraum vom 21. bis zum 28. August 2015 mittels des bevölkerungsrepräsentativen Befragungspanels forsa.omninet 2.012 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse weisen eine Fehlertoleranz von ± 2,5 % auf.
Dennoch ist es aus Sicht des NABU weiterhin erforderlich, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. 70 % der Bevölkerung sind zwar der Auffassung, dass die Medien in ihrer Berichterstattung zur Übertreibung neigen würden, allerdings gaben auch 30 % der Befragten an, Angst zu haben, in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen in den Wald zu gehen.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller anlässlich der internationalen Wolfskonferenz des NABU in Wolfsburg, die vom 24. bis 26. September stattfand: „Diese Ängste und Sorgen nehmen wir ernst. Der Wolf ist kein Kuscheltier, das verniedlicht werden darf.“ Im Umgang mit dem Wolf müsse aber das Maß der Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. „Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat es kein aggressives Verhalten gegenüber Menschen gegeben“, so Miller.
Die Bevölkerung müsse allerdings wieder erlernen, was es bedeute, große Beutegreifer in der Landschaft zu haben. Insbesondere die Nutztierhalter sind von der Präsenz des Wolfes betroffen. Hier gilt es nach Ansicht des NABU, gemeinsam Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Herdenschutzzäune oder -hunde zu erproben und die Nutztierhalter dabei auch zu unterstützen. Der NABU spricht sich bei Verlust von Tieren zudem für freiwillige Kompensationszahlungen durch die Bundesländer an die betroffenen Tierhalter aus. „Die Regelungen auf Schadensausgleich müssen so unbürokratisch wie möglich sein“, forderte Miller. „Langwierige bürokratische Prozesse mindern die Akzeptanz des Wolfes bei Betroffenen.“ Allerdings erwarte der NABU, dass die Nutztierhalter in Wolfsgebieten ihrer Verantwortung als Tierhalter gerecht werden. „Wer seine Weidetiere in Wolfsgebieten so nachlässig hält, dass sie leicht Opfer des Wolfs werden, ‚erzieht‘ die Wölfe zu Nutztierfressern“, sagte Miller.
Der NABU kritisierte zudem den reaktiven und wenig vorausschauenden Umgang einiger Bundesländer mit dem Thema. Seit der Rückkehr des Wolfes seien Jahre Zeit gewesen, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Viele Bundesländer – auch Niedersachsen – zeigten sich eher überrascht und würden erst langsam die notwendigen Strukturen schaffen.
Eine Absage erteilte der NABU der Forderung einiger Landnutzerverbände, im Rahmen des derzeit laufenden „Fitness Checks“ der EU-Naturschutzgesetzgebung, den Wolf in einen niedrigeren Schutzstatus einzustufen. „Die Bedingungen für den sogenannten ‚guten Erhaltungszustand‘ sind noch längst nicht erfüllt“, so Dr. Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik. „Die bestehenden Regelungen reichen vollkommen aus, um im konkreten Einzelfall auch den gezielten Abschuss eines Wolfs als notwendige Maßnahme anzuordnen“, sagte von Ruschkowski. Bislang seien die dazu erforderlichen Kriterien und Strukturen aber in den wenigsten Bundesländern vorhanden, um notfalls schnell reagieren zu können. „Damit aber zu begründen, dass die Bejagung des Wolfes vereinfacht werden muss, ist hanebüchen“, so von Ruschkowski.
NABU/Red.

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