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NABU kritisiert neue Förderrichtlinie in Baden-Württemberg

Der NABU-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg, Johannes Enssle, kritisiert die von Forstminister Peter Hauk geplante Förderung nicht-heimischer Baumarten sowie die geplante Pauschalprämie von 300 €/ha für Waldbesitzende.

Enssle: „Die neue Förderrichtlinie des Ministeriums sieht vor, durch Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer geschädigte Waldflächen mit einem Anteil von 50 % nicht-heimischer Baumarten bepflanzen zu können. Daraus erwachsen aber keine klimastabilen Wälder, sondern neue Kunstforste, subventioniert mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Ein geringerer Anteil von etwa 20 bis 30 % wäre aus unserer Sicht völlig ausreichend. Unsere Wälder stehen mit dem Klimawandel vor riesigen Herausforderungen. Insbesondere die Fichte, der Brotbaum der Forstwirtschaft, wird in den kommenden 30 Jahren fast komplett aus unseren Wäldern verschwinden. Wer die Fichte jetzt durch importierte Baumarten wie Tulpenbäume, Atlas-Zedern, Douglasien oder amerikanische Roteichen ersetzen will, ist nach Meinung des NABU auf dem Holzweg. Vielmehr müssen wir den Wald als komplexes Ökosystem verstehen und seine Selbstheilungskräfte stärken. Dies kann am besten durch eine Reduktion der Holzernte, weniger schwere Maschinen und die konsequente Bejagung des Rehwilds erfolgen.“

Kritik an Klimawandelprämie für Waldbesitzer

Ebenfalls kritisch sieht der NABU die nicht nur in Baden-Württemberg, sondern bundesweit, diskutierte Klimawandelprämie für Waldbesitzer. Die Zeiten, in denen Steuergelder pauschal mit der Gießkanne in der Landschaft verteilt worden seien, sollten laut Verband endlich vorbei sein. Die Waldbesitzenden im Land bräuchten Unterstützung, aber pauschale Flächenprämien seien der falsche Weg. Vielmehr müsse in Personal für die Beratung der Waldbesitzenden, zur Holzaufarbeitung und zur Stärkung der privaten Forstbetriebsgemeinschaften investiert werden. Auch Investitionshilfen für wald- und bodenschonende Holzerntetechniken seien sinnvoll.

Hier geht’s zur Ursprungsmeldung.

Quelle: NABU BW

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