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NABU Baden-Württemberg zur dritten Bundeswaldinventur

Die Bestrebungen der letzten zwei Jahrzehnte, den Wald im Land naturnäher zu bewirtschaften, tragen Früchte. Das zeigen die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur für Baden-Württemberg. Dazu beglückwünscht der NABU Baden-Württemberg die Forstwirtschaft im Land, betont aber zugleich, dass noch viel zu tun ist.

Erst zur Hälfte erreicht ist das Ziel der baden-württembergischen Landesregierung, bis zum Jahr 2020 insgesamt 10 % des Staatswaldes aus der forstlichen Bewirtschaftung zu nehmen, damit sich dort die Urwälder von morgen entwickeln können. „Wir liegen im Staatswald erst bei 5 %. Um hier bis 2020 das 10-%-Ziel zu erreichen, wird sich die Landesregierung weiter ins Zeug legen müssen“, sagt NABU-Waldreferent Johannes Enssle. Zwar sei mit dem Nationalpark ein wichtiger Meilenstein erreicht, die Zahlen machten aber deutlich, dass weitere Anstrengungen notwendig sind. „Den Staatswald trifft eine besondere Gemeinwohlverpflichtung, er muss hier vorbildlich sein“, betont Enssle.
Flächen mit natürlicher Waldentwicklung gehörten zu einer umfassend nachhaltigen Forstwirtschaft. Dass sich die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg insgesamt auf einem guten Weg befindet, zeigten die sonstigen Ergebnisse der Bundeswaldinventur.
„Die Wälder sind insgesamt älter und strukturreicher geworden. Fichten- und Kiefern-Monokulturen befinden sich auf dem Rückzug, Laubbäume machen mittlerweile 70 % des Jungwaldes aus. Das sind erfreuliche Entwicklungen, die dem Engagement der Försterinnen und Förster sowie der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu verdanken sind“, so der NABU-Waldreferent.
Auch das Totholz, der Anteil alter, abgestorbener Bäume, die für Spechte, Fledermäuse, Käfer und Pilze überlebenswichtig sind, habe in den letzten zehn Jahren zugenommen. Der Trend gehe in die richtige Richtung. Aus wissenschaftlichen Studien wisse man jedoch, dass der aktuelle Wert von 16 bis 19 m³ Totholz pro Hektar noch zu wenig sei. Viele Arten brauchen wesentlich mehr Totholz.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
NABU Baden-Württemberg

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