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Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Foto: Eva Arnold

NABU Baden-Württemberg sucht Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist in Baden-Württemberg angekommen. „Wer davon erfährt, ist vielleicht erst einmal beunruhigt. Denn das Insekt wird häufig mit seiner großen Schwester gleichgesetzt, der Asiatischen Riesenhornisse“, sagt Martin Klatt vom NABU. „Aber tatsächlich ist die nun aufgetauchte Art nur etwa so groß wie unsere heimische Hornisse und für den Menschen nicht gefährlicher.“
Auch für die Honigbienen sieht der Artenschutzexperte des NABU Baden-Württemberg keine unmittelbare Bedrohung durch den Neuzugang. „Es ist die mitunter über 4 cm lange Riesenhornisse, die zum Beispiel gezielt Honigbienenstöcke ausräumt – nicht ihre etwa rund 2 cm lange Schwester“, erläutert Klatt. Die Riesenhornisse ist in Europa bisher nicht gesichtet worden.
NABU Baden-Württemberg bittet um Hilfe
Gespannt sind viele Insektenkundler allerdings auf mögliche Auswirkungen auf andere Insektenarten und das Zusammentreffen der asiatischen mit der heimischen Hornisse. Umso wichtiger ist es, die weitere Entwicklung sorgfältig zu beobachten. Dabei bittet der NABU Baden-Württemberg um Hilfe:
Die Asiatische Hornisse ist dunkler gefärbt als die heimische. Wer vermutet sie zu sichten, möge versuchen das Insekt zu fotografieren. Die Fotos können per E-Mail (NABU@NABU-BW.de) oder Facebook-Nachricht (www.facebook.com/NABU.BW) an den NABU geschickt werden. Die Bilder zusammen mit einer kurzen Information zu Beobachtungsort und -zeit sind ein wichtiger Beitrag hinsichtlich der weiteren Entwicklung.
Hintergrund
Die Biologin Eva Arnold hat in Waghäusel bei Karlsruhe erstmals in Deutschland die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) fotografisch dokumentiert. In Frankreich breitet sie sich bereits seit 2004 aus, ist als „invasive Art“ eingestuft und wird mit staatlicher Unterstützung bekämpft. Der Ausgangspunkt lag an der Atlantikküste bei Bordeaux.
Vermutlich war es eine einzelne Königin, die den Weg von China aus in einer Schiffsladung mit Tonwaren überstanden hatte. Von dort aus verbreitete sich die markante Hornisse rasant: Vom Norden her machte sie sich auf nach Spanien, 2011 wurde sie in Belgien gesichtet, 2013 überquerte sie ostwärts die Grenze zu Italien.
Nester vornehmlich freihängend im Baumwipfel
Die Asiatische Hornisse ähnelt der heimischen Hornisse insofern, als sie langlebige Völker aufbaut, die bis in den Spätherbst aktiv sind. Mit 1.000 bis über 2.000 Tieren sind sie jedoch wesentlich kopfstärker. Im Gegensatz zur heimischen Hornisse baut sie ihre bis 80 cm langen Nester vornehmlich freihängend in Baumwipfel in mehr als 10 m Höhe, so dass versehentliche bestechende Begegnungen mit dieser Art für den Menschen eher die Ausnahme sein werden.
NABU Baden-Württemberg
Heimische Hornisse. Foto: NABU/Martin Klatt Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Foto: Eva Arnold

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