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Mückenatlas online – Bürger können Forschung unterstützen

Mückenatlas online – Bürger können Forschung unterstützen

Welche Mückenarten kommen wann und wo in Deutschland vor? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), nach. Über Stechmücken und ihre Verbreitung gibt es in Deutschland derzeit nur wenige gesicherte Daten. Außerdem können Stechmücken bei der Übertragung bestimmter Krankheitserreger eine Rolle spielen. Daher fangen die Wissenschaftler selbst bereits an annähernd 100 Standorten in Deutschland Stechmücken mit speziellen Fallen.

Seit Ende April 2012 können interessierte Bürger als „Mückenjäger“ aktiv werden und gefangene Stechmücken einschicken. Sie erhalten eine Information darüber, welche Mückenart gefangen wurde und können ihren persönlichen Fangort im „Mückenatlas“ für Deutschland eintragen lassen. Alle Informationen zum Mückenatlas, wie man Mückenjäger wird und Wissenswertes über Stechmücken stehen im Internet und www.mueckenatlas.de zur Verfügung.

Forschungsbedarf

Weltweit gibt es rund 3500 Stechmückenarten, 49 davon wurden bisher in Deutschland nachgewiesen. Weil sie wissenschaftlich lange vernachlässigt wurden, fehlt grundlegendes Wissen über ihr Vorkommen und ihre regionale Verbreitung. Faktoren wie Globalisierung und Klimaveränderungen begünstigen zudem die Einschleppung und Ansiedlung nicht-einheimischer Mückenarten.

Einige Stechmücken und andere blutsaugende Insekten können Krankheitserreger übertragen. So traten in Europa in den letzten Jahren erstmalig durch Insekten übertragene Krankheiten wie die Blauzungenkrankheit oder aktuell Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus bei Wiederkäuern (Gnitzen als Virusüberträger) auf, aber auch das Chikungunya-Fieber des Menschen in Norditalien (Stechmücken als Virusüberträger).

Diese Ereignisse zeigen, dass zu blutsaugenden Insekten, zu denen die Stechmücken gehören, Forschungsbedarf besteht. Die Wissenschaftler des FLI und des ZALF gehen daher Fragen wie der der geografischen Verteilung und Änderungen hinsichtlich des jahreszeitlichen Auftretens nach.

Das Projekt „Mückenatlas“ befindet sich derzeit in der Startphase. Die Webseite wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert. Die Experten hoffen auf zahlreiche Zusendungen und wünschen allen Motivierten gutes Gelingen.

 

Zum Projekt Mückenatlas

 
ZALF

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