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Mountainbiken im Wald

Mountainbiken im Wald

Das Mountainbiken im Wald stand am 7. November in Eppingen im Mittelpunkt einer Ausschusssitzung der Forstkammer, dem Verband der baden-württembergischen Waldbesitzer. Die Stadt Eppingen hat einem privaten Verein eine Fläche zur Einrichtung eines Mountainbike-Parcours überlassen. Nach Meinung der Waldbesitzer ein spannender Weg. Immer wieder kommt es im Wald zu Konflikten zwischen Mountainbikern und Waldbesitzern oder Förstern. Aber auch Wanderer und Spaziergänger sind betroffen. Dabei ist die gesetzliche Regelung in Baden-Württemberg eigentlich eindeutig. „Radfahrer müssen sich im Wald an Wege halten und die müssen mindestens zwei Meter breit sein“, erläutert Roland Burger, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg. Ziel dieser Regelung sei der Schutz der Natur und die Vermeidung von Konflikten und Unfällen. „Auf einem breiteren Weg kann man einfach besser ausweichen“, so Burger.
Sorge bereitet den privaten und kommunalen Waldbesitzern die steigende Zahl illegaler Mountainbike-Parcours. Mit teilweise erheblichem Aufwand werden dabei Schanzen und Abfahrten zwischen die Bäume gebaut. Erosion, Zerstörung von Pflanzen, Beschädigung von Bäumen und die Störung der Wildtiere sind aus Sicht der Waldbesitzer die Folgen. „Das können wir nicht akzeptieren“, stellt der Forstkammer-Präsident klar.
 
In Eppingen hat man einen eigenen Weg gefunden, mit diesem Problem umzugehen. Im Jahr 1996 hat die Stadt eine Waldfläche für die Errichtung eines Mountainbike-Parcours und einer Sprungschanzenanlage zur Verfügung gestellt. Betrieben wird die Einrichtung seit 2005 vom RSC Hornbuckel Biker, einem eingetragenen Verein. „Voraussetzung für diese Lösung war zunächst, dass die Mountainbiker sich organisieren und auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt der Eppinger Oberbürgermeister Klaus Holaschke. „So etwas geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“ So musste auch mit dem betroffenen Jagdpächter eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Deshalb sind beispielsweise Hunde auf dem Parcours nicht erlaubt, ist die Nutzung zu Dämmerungs- und Nachtzeiten verboten.
 
Auch Revierleiter Michael Meny findet die Lösung in Eppingen gut, sieht darin aber auch ein großes Entgegenkommen der Kommune. „Waldbewirtschaftung und Jagdausübung sind im Bereich der Strecke und des Bikeparks nur noch eingeschränkt möglich“, so der Forstmann. „Wir als größter kommunaler Waldbesitzer im Landkreis Heilbronn leisten uns das“, stimmt Oberbürgermeister Holaschke zu. „Aber uns ist klar, dass das in vielen anderen Fällen nicht möglich ist“.

 

FOKA-BW

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