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Motorsägenkurs für Fortgeschrittene

Motorsägenkurs für Fortgeschrittene

Begeisterung und Interesse für den Wald – das vereinigte die Teilnehmer des Motorsägenkurses für Fortgeschrittene an der bayerischen Waldbauernschule Anfang Februar. Nach der auch für die Forstwirtschaft geltenden Devise man lernt nie aus, beschäftigten sich sieben Personen – darunter auch eine Frau – mit Problemfällungen jeder Art. Selbst sibirische Kälte von Minus 20 Grad schreckte niemanden an den vier Arbeitstagen ab. Im Gegenteil: Gut betreut von Lehrgangsleiter Siegfried Ferstl und Ludwig Roider fällten alle Teilnehmer fleißig Starkholz. So war allen trotz der kühlen Außentemperaturen durchgängig warm.

Der Inhalt des praktischen Kurses war vielfältig: Nach einer Sicherheitsunterweisung und der Wiederholung diverser Fällschnitte wie Vor, Seit- und Rückhänger arbeitete man und frau auch am Spannungssimulator. Das Schneiden von gespanntem Holz ist eine der gefährlichsten Arbeiten im Wald. Die Situation kann jedoch durch schrittweises und zielgerichtetes Vorgehen entschärft werden: Daher wurde im Kurs kurzfaseriges Buchenholz eingespannt und aufgearbeitet. Der Lehrgangsleiter ging auf die fachgerechte Anbringung der Schmälerungs- sowie Druckentlastungsschnitte ein. Darüber hinaus wurde auf Fällungsproblematiken beim Totholz in der Praxis eingegangen.

Die Wartung der Motorsäge in Theorie und Praxis war natürlich ein weiterer Bestandteil des Kurses: Teils mehrfach am Tag feilten die Teilnehmer daher ihre Ketten fachgerecht per Hand und konnten so auf scharfes Schneidwerkzeug zurückgreifen: Eine der Grundvoraussetzungen für Freude am Umgang mit der Motorsäge. Und diese Freude hatten die sieben Teilnehmer auch vor Ort, als es galt, die von der Försterin vorbereiteten Fällungsaufträge in die Tat umzusetzen. Ausgerüstet mit vollständiger Sicherheitskleidung fuhr die Gruppe an den Schulungstagen in den Wald und setzten am Starkholz Herz-, Dach- und sonstige Fällschnitte an. Während des Kurses wurden Fällungen mit Hilfe von Fällhebern, Keilen und des Hebmandels durchgeführt. Die teilnehmende Frau und die sechs Männer brachten mit vereinten Kräften hängende  Baume per manuellem Seilzug zu Boden. Alle wendeten zur Aufarbeitung Baumstämme von bis zu 21 m per Heber in der Holzklasse A bis D.
Lehrgangsleiter Ferstl demonstrierte den Kursteilnehmern zudem das Besteigen von Bäumen mit Steigeisen und weitere Methoden zur Anbringung des Zugseils. Die Teilnehmer konnten so ihr bereits vorhandenes fundiertes Wissen zur Holzernte noch erweitern.
Der Antrieb zur Kursteilnehmer war vielseitig: Besonders wichtig war allen nach getaner Arbeit wieder gesund aus dem Wald zurückzukehren. Vereint war man und frau auch darin Freude an der Arbeit im Wald zu haben und Kenntnisse durch Fachpersonal überprüfen und weiterentwickeln zu wollen.
Weitere Infos: www.waldbauernschule.de
 
Christa Riel

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