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Moorschutz in Nordostdeutschland ein Thema in Brüssel

Moorschutz in Nordostdeutschland ein Thema in Brüssel

„Mit jedem Moor, das wir renaturieren, tragen wir aktiv zum Klimaschutz und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei“, so Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack am 6. März zum Auftakt der Fachveranstaltung „Biologische Vielfalt Moorschutz Klima“ in der Vertretung des Landes Brandenburg in Brüssel. Mehr als 70 Teilnehmer diskutieren auf der gemeinsamen Veranstaltung des Brandenburger Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, des Informationsbüros des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der EU und dem Hanse-Office Brüssel neue Erkenntnisse und Aktivitäten zu Ökosystemdienstleistungen von Mooren.
Vor dem Hintergrund vielfältiger Landschaftsfunktionen stehen die Moore heute mehr denn je im Focus der Öffentlichkeit. Wachsende, ökologisch funktionsfähige Moore haben als ausgleichende Ökosysteme im Zusammenhang mit dem Wasserrückhalt eine Schlüsselposition. Sie fungieren als Ökosystemdienstleister für einen natürlichen Klima-, Boden- und Gewässerschutz.
Der Moorbestand in Brandenburg wird heute auf weniger als 210.000 ha geschätzt. Das Land Brandenburg ist mit Bezug auf die Fläche eines der moorreichsten und auch eines der moorvielfältigsten Bundesländer. Aber, ein Großteil der Moore weist einen schlechten Erhaltungszustand auf. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesteckt, in dieser Legislaturperiode ein Moorschutzprogramm auf den Weg zu bringen. Das Moorschutzprogramm wird neben einem 10-Punkte-Programm für den Moorschutz in Brandenburg, insbesondere Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für die Politikbereiche Wasserwirtschaft, Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und die Förderpolitik enthalten. „Dieses ambitionierte Programm lässt sich aber nur dann umsetzen, wenn es gelingt, dieses in die Förderprogramme der europäischen Union zu integrieren. Diese sollten daher für Maßnahmen des Moorschutzes offen und in ihrer Umsetzung einfach und flexibel sein“, so Tack.
Vorgestellt wurde in Brüssel erstmals die Marke „MoorFutures“ als Investition in den Klimaschutz. Die durch Wiedervernässungen von Mooren entstehenden Emissionsminderungen werden auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt angeboten. Ein MoorFutures steht für die Einsparung von einer Tonne Kohlendioxidäquivalent. Derzeit werden MoorFutures in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angeboten. Bis Ende 2012 konnten bereits mehr als 8000 zum Einzelpreis von 35 EUR verkauft werden.
In Brandenburg wurde das erste MoorFutures-Projekt im Dezember 2012 bei Oranienburg gestartet, welches bei einer Laufzeit von ebenfalls 50 Jahren etwa 6.700 MoorFutures liefert. Der Preis liegt bei 67 EUR netto pro MoorFutures. 30 MoorFutures wurden hier von Dezember 2012 bis Februar 2013 verkauft.
 
MUGV Brandenburg

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