Naturschutz, Landschaftspflege

Moorrenaturierung: Natur- und Klimaschutz im Norden

Bearbeitet von Carolin Föste

Schleswig-Holstein vernässt das Grotmoor im Kreis Segeberg wieder. Dabei sind zuerst schwere Arbeiten nötig, berichten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), um ein nachhaltig intaktes Moor zu aktivieren. Hilft das dem Klimaschutz?

Im Westen des entwässerten Hochmoors in der Gemeinde Heidmoor im Kreis Segeberg sind erste Vorbereitungsarbeiten gestartet. Es gehe dabei vor allem darum, die seit 200 Jahren trockengelegte Moorfläche wieder in ein intaktes Moor zurückzuverwandeln. Nur nasse Moore können als CO2-Speicher zum Klimaschutz beitragen. Auf 73 ha kümmern sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und die SHLF gemeinsam um das Projekt. Auch die Gemeinde Heidmoor hilft mit.

Brummende Maschinen für weniger CO2

Für die Umsetzung müsse zuerst mit schweren Maschinen dafür gesorgt werden, die verbuschte Vegetation zurückzudrängen und eine offene Fläche zu erzeugen. Bagger und Schredder entfernen daher einige Gehölze. Außerdem werden etwa 4,3 km alter Stacheldrahtzaun beseitigt. Im Sommer können, anschließend an die vorbereitenden Maßnahmen, Wälle und Stau-Anlagen für die Wiedervernässung des Moors im Rahmen des Programms „Biologischer Klimaschutz“ in Gang gebracht werden.

Mit dem Programm wolle das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit Flächeneigentümern, wie der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und den SHLF, in den nächsten zehn Jahren die jährliche Klimaschutzleistung wiedervernässter Moore auf 700.000 t CO2-Äquivalente steigern.

Gruppe im Moor
Ulrik Steffen, Moorschutzexperte bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (M.), und Bartholomäus-Hagen Kufner, Leiter der Försterei Hasselbusch (2. v. r.), unterhalten sich mit Anwesenden über die vorbereitenden Maßnahmen zur Moor-Wiedervernässung im Grotmoor.
Foto: SHLF

Moor bringt Klimaschutz und Biodiversität

„Was hier auf den ersten Blick ziemlich widersinnig erscheint, nämlich, dass Naturschützerinnen und Natuschützer für den Klimaschutz Bäume, Büsche und Sträucher fällen und abtransportieren, sind unverzichtbare Vorbereitungen für die eigentlichen Klimaschutz-Maßnahmen: Wir brauchen den Platz für die Dämme und Stauanlagen um die Rückverwandlung des einst trocken gelegten Moores in einen intakten, nassen Kohlenstoffspeicher zu realisieren“, erklärt Maßnahmenmanager Janis Ahrens von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Er fügt hinzu, dass diese 73 ha Hochmoor nach Abschluss der Maßnahmen im kommenden Jahr (2023) bereits 710 t CO2-Äquivalente dauerhaft speichern können. Auch Ulrik Steffen, Moorschutzexperte bei den SHLF, freut sich über die gemeinschaftliche Umsetzung der Maßnahmen zur Wiedervernässung und resümiert: „Nach einer langen Zeit der Vorbereitungen wird die Wiederbelebung des Grotmoores nun auf einer ersten Teilfläche realisiert. Ein großer Gewinn für Klimaschutz und Biodiversität.“

Quelle: SHLF