WaldÖkologie

Moor-Revitalisierungs-Projekt im Westerzgebirge

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Sachsenforst startet ein großes Moor-Projekt im Westerzgebirge. Ziel ist es, zehn Moore im Landeswald wiederzuvernässen. Dazu soll ein praxisnahes Konzept zur Entwicklung von Waldmooren erarbeitet werden.

Mit MoorReSax („Moorwissen umsetzen – Moorrevitalisierung in der Modellregion Westerzgebirge“) werden nicht nur zehn Moore im Landeswald aktiv wiedervernässt, sondern auch umfangreiche Fachinformationen für ein langfristiges Entwicklungskonzept für Waldmoore erarbeitet. Die Laufzeit des Projektes beträgt vier Jahre. Die Finanzierung teilen sich der Bund und der Freistaat Sachsen.

Wichtig für Natur- und Klimaschutz

Umweltminister Wolfram Günther freut sich auf diese Weise die Moore in Sachsen stärken zu können. „Mehr als 650.000 € werden aus dem Förderprogramm Waldklimafonds des Bundes bereitgestellt. Mein Ministerium unterstützt das Projekt mit weiteren 440.000 €.

Moore sind laut Günther artenreiche und faszinierende Lebensräume, diese zu schützen seien eine wichtige Investition für den Natur- und Klimaschutz, und weiter wichtige und hocheffiziente CO2-Senken.

MooReSax: Ganzheitlicher Ansatz zur Moorrevitalisierung

Das neue Projekt umfasst die Zusammenführung und Bereitstellung von Fachinformationen zu Waldmoor-Standorten sowie die Planung, Umsetzung und Dokumentation von Revitalisierungsmaßnahmen im Wald. Ein Monitoring dokumentiert die Entwicklung der wiederbelebten Moore. Auf insgesamt 80 ha werden zehn Moorstandorte im Landeswald revitalisiert. Dr. Dirk-Roger Eisenhauer, Leiter des federführenden Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst, erklärt: „Wir wollen mit dem Projekt nicht nur aktiv Waldflächen wiedervernässen, sondern auch praxisnahe und effiziente Revitalisierungsmaßnahmen für verschiedene Waldmoore erarbeiten.“ Die Ergebnisse sollen in einem Moorentwicklungskonzept für den Landeswald in den sächsischen Mittelgebirgen zusammenfließen.

Durch die Wiedervernässung der Waldflächen wird das Wachstum von Torfmoosen angeregt. Foto: Rainer Petzold, Sachsenforst

Besondere Sorgfalt bei Revitalisierungsmaßnahmen notwendig

Bei der Planung und Durchführung von Revitalisierungsmaßnahmen ist besondere Sorgfalt notwendig. Denn Moore sind äußerst sensible Ökosysteme. Ihr Bestand ist als Folge von Entwässerungsmaßnahmen im Zuge des mittelalterlichen Bergbaus, durch intensive Landnutzung und Torfabbau in den letzten Jahrhunderten und in den letzten Jahrzehnten durch den Klimawandel stark bedroht. Dabei sind Moore für eine lebendige und intakte Kulturlandschaft genauso wichtig wie für den Klimaschutz. Gesunde Moore wirken als Wasserspeicher und können dadurch Dürre- und Hochwasserphasen abmildern. Aufgrund der mächtigen Torfauflagen binden gesunde Moore mit einer intakten Biodiversität Kohlenstoff, während Moore mit einem gestörten Wasserhaushalt Kohlenstoff an die Atmosphäre freigeben. Weiterhin beeinflussen Moore auch die Wasserqualität. In Trinkwassereinzugsgebieten müssen Revitalisierungsmaßnahmen mit der Landestalsperrenverwaltung und den Wasserbehörden abgestimmt werden, um den Eintrag von schwerlöslichen organischen Kohlenstoffverbindungen in die Talsperren gering zu halten.

Wertvoller Lebensraum

Die überwiegend dauerhafte Wassersättigung in Mooren führt zur Entwicklung spezieller Biotope für seltene Tier- und Pflanzenarten, die in anderen Teilen der Kulturlandschaft keinen Lebensraum finden (zum Beispiel der prächtige Dukatenfalter, die scheue Waldeidechse, die Moos- und Rauschbeere und das Wollgras). Vor allem die Randbereiche der Moore im Erzgebirge haben einen hohen Wert als Lebensraum für das Birkhuhn und die seltene Bergkiefer.

Hier finden Sie verschiedene Beiträge zum Thema Moore.

Hintergrund

Rund 2.100 ha Moore und Moorwälder kommen natürlicherweise im sächsischen Staatswald vor, sind aber nur noch in Teilen intakt bzw. wiederherstellbar. Die Mehrzahl dieser wertvollen Ökosysteme liegt im Erzgebirge. Der Gesamtbestand der Moore (Moorböden) in Deutschland wird auf 1.419.000 ha geschätzt (etwa 4 % der Bundesfläche). Sachsenforst engagiert sich bereits seit mehr als 15 Jahren erfolgreich für die Wiederherstellung von Waldmooren und konnte vor allem im Erzgebirge bislang fast 700 ha wiedervernässen.

Quelle: Sachsenforst