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Zum zweiten Mal wird die Graugans im Rahmen der flächendeckenden Erfassung für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) abgefragt. Foto: DJV/Rolfes

Monitoring für das Wildtier-Informationssystem

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) ist ein bundesweites Monitoring-Programm, mit dem Daten zum Vorkommen, zur Häufigkeit und Bestandsentwicklung von Wildtieren erhoben werden. Im Frühjahr 2017 startet die sechste flächendeckende Erfassung.

WILD ist ein Projekt des Deutschen Jagdverbandes e.V. (DJV) und seiner Landesjagdverbände und stellt seit dem Jahr 2001 einen dauerhaften Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung dar. Wichtigstes Ziel ist die Dokumentation von Wildtierpopulationen, um daraus Strategien für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Wildtieren zu entwickeln.
Im Frühjahr 2017 startet die sechste flächendeckende Erfassung. Die Datenreihen sind in Politik und Wissenschaft inzwischen eine wertvolle Entscheidungsgrundlage.
Wie viele Brutpaare der Nilgans gibt es in Deutschland? Wie verbreitet sich der Waschbär in Deutschland? Und wie entwickeln sich die Rebhuhnbestände in Deutschland? Antworten können am besten die Jäger geben, denn sie kennen die heimische Tierwelt wie kaum ein anderer. Es gilt, das Wissen allen zugänglich zu machen, um bei Entscheidungen rund um Natur und Jagd mitzureden.
Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) führt der Deutsche Jagdverband deshalb gemeinsam mit den Landesjagdverbänden zum sechsten Mal eine bundesweite Flächendeckende Erfassung durch, bei der 17 Arten berücksichtigt werden. Dabei stehen unter anderem erneut die Niederwildarten Rebhuhn, Fasan, Kaninchen und Feldhase im Fokus. Ihre Entwicklung muss aufgrund der teilweise starken Rückgänge in den vergangenen Jahren besonders genau beobachtet werden.
Zweiter Schwerpunkt: die Verbreitung der Neozoen Waschbär, Marderhund und Mink. Die vorliegenden WILD-Daten seit 2006 zeigen eindrucksvoll, wie sich die genannten Arten ausbreiten. Eine Fortschreibung der Datenreihen für 2017 ist wichtig. Wie bereits 2013 erfassen Jäger zudem Wildgänse: das Vorkommen und Brutgeschehen von Grau-, Kanada-, Nonnen-, Nil- und Rostgans wird abgefragt. Ein weiterer Schwerpunkt der flächendeckenden Erfassung liegt auf den Marderartigen Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Steinmarder und Baummarder.
Jäger liefern einzigartige Zahlen
„Diese Datenquantität und -qualität ist einzigartig in Deutschland. Wir Jäger können stolz sein auf das Geleistete. Das muss auch Ansporn sein für die künftigen Zählungen“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Volker Böhning. Der DJV bittet alle Jagdpächter in Deutschland, an der flächendeckenden Erfassung 2017 teilzunehmen. Eine möglichst lückenlose Erfassung der Verbreitungsgebiete abgefragter Arten ist Voraussetzung für valide Daten und damit für deren Repräsentativität.
In den vergangenen Jahren haben Jäger mit dem flächendeckenden Monitoring knapp die Hälfte der Jagdfläche Deutschlands erfasst. Die Daten ermöglichen wissenschaftlich fundierte Aussagen zum Vorkommen, zur Populationsgröße und Besatzentwicklung einheimischer und neu eingewanderter Arten in Deutschland. Die Ergebnisse sind zwischenzeitlich Grundlage für Handlungsempfehlungen und erlauben Schlussfolgerungen für die Jagdpraxis oder die landwirtschaftliche Nutzung. Das einzigartige Zahlenmaterial liefert nicht nur der Jägerschaft selbst verlässliche Daten, sondern wird auch von Behörden und Presse geschätzt.
Datenqualität ist entscheidend
Die Erfassungsbögen werden je nach Bundesland wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt. Weitere Informationen gibt es beim zuständigen Landesjagdverband.
Auf der Internetseite des DJV sind die zuständigen WILD-Länderbetreuer der Bundesländer gelistet und steht der Erfassungsbogen zum Herunterladen bereit.
 

Mehr Informationen zu Methoden und Formularen

 
Deutscher Jagdverband
Zum zweiten Mal wird die Graugans im Rahmen der flächendeckenden Erfassung für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) abgefragt. Foto: DJV/Rolfes Die Kanadagans ist eine der 17 abgefragten Wildtierarten. Foto: DJV/Rolfes

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